Workshop : Filmdreh mit Profis

Frisur überprüfen, Make up checken – jede Kleinigkeit muss passen, damit die Geschichte im Film die Zuschauer überzeugt.  Fotos: Michael Staudt
Frisur überprüfen, Make up checken – jede Kleinigkeit muss passen, damit die Geschichte im Film die Zuschauer überzeugt. Fotos: Michael Staudt

Zwei Schüler-Teams haben Filme für einen guten Zweck gedreht. Ihr Preis: ein toller Workshop.

Avatar_shz von
02. Mai 2019, 17:36 Uhr

Flensburg | Einen Film kann heute eigentlich fast jeder drehen. Ein Smartphone oder eine kleine Kamera reichen, Schnittprogramme gibt’s für wenige Euro oder sogar kostenlos als Apps. So können auch Kinder und Jugendliche einfach bei Film-Wettbewerben mitmachen.

Nele, Lisa, Philipp, Isabell und Torben von der Fridtjof-Nansen-Schule in Flensburg und Johanna und Maria von der Bismarck-Schule in Elmshorn haben, ebenso wie sieben weitere Teams, am Löwenherz-Wettbewerb teilgenommen.

Das Thema war nicht einfach, denn es ging um häusliche Gewalt, also darum, wie es Kindern geht, bei denen es zu Hause nicht immer friedlich zugeht. Doch diese beiden Teams haben die Aufgabe so gut gelöst, dass die Jury sich gar nicht entscheiden konnte, wer den besten Film gemacht hat. Deshalb kamen einfach beide auf Platz 1. Ihr Preis: Ein Film-Workshop, bei dem sie lernen, wie Profis einen Film drehen. Diese Woche ging’s los.

Aus den zwei Filmen wurde mit der Flensburger Filmfirma Capt’n Capture ein gemeinsames Projekt entwickelt. Der Film soll auf das Angebot Löwenherz der Beratungsstelle pro familia aufmerksam machen, das Kindern und Jugendlichen hilft, die zu Hause Probleme mit Gewalt haben.

Im Film ist ein einsames Mädchen zu sehen, das traurig und wütend ist. Die 15-jährige Johanna spielt dieses Mädchen. „Sie hat einfach am meisten Talent“, meint Isabell (16). Das kommt auch daher, dass Johanna seit Jahren schon Schauspielunterricht an der Elmshorner Musicalschule Fame Academy nimmt und schon oft auf der Bühne gestanden hat. „Im Film zu spielen, ist aber eine ganz neue Erfahrung. Auf der Bühne muss man immer sehr übertrieben und groß spielen. Hier kommt es eher sehr auf die Mimik an“, sagt Johanna.

loewenherz_3637
Michael Staudt
 

Die Regisseurin Manuela Wörle führt Johanna durch die Aufnahmen. Sehr ruhige, nachdenkliche Szenen dreht das Team am Ostsee-Strand, im Wald, auf einer Treppe in einem Hinterhof und an den Bahngleisen am Hafen.

Die Schüler sind fasziniert von der Teamarbeit von Capt’n Capture. Mattis Hansen filmt mit der 20 Kilogramm schweren Steady Cam, einer Kamera, die das Bild auch bei Bewegung stabilisiert. So kann Mattis ganz nah ran gehen. „Es ist spannend zu sehen, wie sich der Winkel, in dem gefilmt wird, auswirkt. Dadurch wird die Geschichte viel emotionaler“, beobachtet Nele (16). Finn Behrens kontrolliert das Bild auf einem Bildschirm, der mit der Kamera verbunden ist, und stellt immer wieder scharf. Fasziniert stehen die Schüler um ihn herum und beobachten, was passiert.

loewenherz_3680
Michael Staudt
 

Zwischendurch werden sie von Manuela aber auch immer wieder gebeten, zu helfen. Philipp hält einen Reflektor am Rande einer Szene unter Bäumen. „Der weiße Reflektor bringt Licht in die Szene“, erklärt Manuela. Der silberne ist für mehr Licht und Kontrast und der goldene wirkt warm wie ein Sonnenuntergang.

dsc_0191
Ina Reinhart
 

Kleinigkeiten sind entscheidend. Die Profis achten immer wieder auf das Make up oder darauf, dass die Kleidung zur Szene passt. Das ist wichtig, damit die Geschichte im Film am Ende die Zuschauer überzeugt.

Etwa einen Monat wird es dauern, bis er fertig ist. Dann wird er unter anderem im Internet zu sehen sein auf der Seite www.loewenherz-contest.de.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen


Nachrichtenticker