Mitmachen : Eine Stadt nur für Kinder

In Neumünstrum gibt es viele Geschäfte und Einrichtungen. Hier kauft Nike (8, von links) im Imbiss bei Michelle (10), Isabell (10) und Justin (13) ein Rosinenbrötchen.  Fotos: Lipovsek
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In Neumünstrum gibt es viele Geschäfte und Einrichtungen. Hier kauft Nike (8, von links) im Imbiss bei Michelle (10), Isabell (10) und Justin (13) ein Rosinenbrötchen. Fotos: Lipovsek

In Neumünster hat das Ferienprojekt Neumünstrum begonnen, bei dem Eltern nichts zu sagen haben.

shz.de von
10. Juli 2018, 19:42 Uhr

Neumünstrum hat seine Unabhängigkeit erklärt. Die Stadt ist ein besonderer Ort, in dem nur Kinder leben. Sie liegt mitten in Neumünster und misst etwa die Größe von zwei Fußballfeldern. Dort verbringen die Einwohner derzeit jeden Tag von 10 bis 17 Uhr ihre Zeit. Das Ferienprojekt läuft noch bis 21. Juli.

Dabei übernehmen die Kinder alle Funktionen, die in einer „richtigen“ Stadt sonst Erwachsene machen. Sie bauen Straßen, verkaufen in Geschäften Blumen und Lebensmittel, sind Polizisten, Postboten oder beim Arbeitsamt angestellt und leiten eine Bank und eine Bücherei. Und natürlich kommt in Neumünstrum auch eine Zeitung heraus: der „Neumünstrum Bote“. Für ihre Arbeit erhalten die Einwohner Münzter, so heißt die offizielle Währung. Damit können sie in ihrer Freizeit zum Beispiel mit dem Taxi fahren, den Tierpark mit echten Tieren, das Museum, einen Freizeitpark oder einen Schönheitssalon besuchen.

Eltern und andere Erwachsene haben nur gegen Zahlung von einem Euro Eintritt nach Neumünstrum. Dann müssen sie im „Elterngarten“ warten, bis ein Stadtführer sie abholt und ihnen die Straßen und Plätze zeigt. Aber auch Kinder, die nicht in der Kinderstadt wohnen, dürfen zu Besuch kommen. Gäste, aber auch Bewohner können im Neumünstrum Souvenir-Shop Andenken aus der Stadt kaufen, die auf keiner Landkarte zu finden ist.

Fabian Schmidt (14) ist der wichtigste Mann in Neumünstrum. Er ist Bürgermeister, sitzt im Rathaus und leitet seit seiner Wahl gestern die Verwaltung. Zu seinen Aufgaben zählt das Genehmigen von Anträgen.

Die Kinder lernen in der Stadt viel über Demokratie, Arbeitswelt und Behörden. Und das ist auch das Ziel: Das schwer verständliche System von Arbeit, Entlohnung, Konsum und Mitwirken in der Gesellschaft spielerisch zu verstehen. Und das klappt hier sehr gut!

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