Raumfahrt : Eine Raumstation hat Geburtstag

Die Weltraum-Toilette – nicht sehr gemütlich, aber sie funktioniert.
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Die Weltraum-Toilette – nicht sehr gemütlich, aber sie funktioniert.

Auf der ISS leben Menschen in der Schwerelosigkeit des Weltalls. Kina erklärt, wie der Alltag auf der 15 Jahre alten Raumstation aussieht.

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20. November 2013, 00:31 Uhr

Die Internationale Raumstation ISS soll mit Experimenten in der Schwerelosigkeit wissenschaftliche Fragen beantworten. Heute feiert die ISS 15. Geburtstag – mit sechs Männern aus Japan, Russland und den USA an Bord.

Doch wie funktioniert das Leben rund 400 Kilometer über der Erde? Und was macht die Besatzung eigentlich die ganze Zeit?

Morgens erst mal duschen – das geht im Weltraum nicht so leicht. Denn durch die Schwerelosigkeit prasseln die Wassertropfen nicht herunter. Sie schweben durch die Luft. Die Raumfahrer reinigen sich aber mit feuchten Tüchern.

Nach einem bescheidenen Frühstück widmet sich die Crew der Forschung – und der Pflege der Bordanlagen. Das kostet Zeit, denn alle Arbeiten im All dauern doppelt so lange wie auf der Erde.

Je nach Tagesprogramm stehen dann zwei Stunden Fitness auf dem Plan. Die Raumfahrer strampeln zum Beispiel auf Standfahrrädern. Das ist wichtig, denn in der Schwerelosigkeit werden Muskeln abgebaut.

Freizeit gibt es kaum während der sechs Monate im All. „Jede Sekunde ist verplant, man hechelt fast dem Plan hinterher“, sagt Kosmonaut Sergej Wolkow.

Wie retten sich die Raumfahrer im absoluten Notfall?

Wenn es brennt, wird gelöscht. Sprinklersysteme durchziehen die Raumstation. Zudem können Schleusen zwischen den Modulen geschlossen werden. Es gib sogar so etwas wie Rettungsboote: die Sojus-Kapseln, die an der Station angedockt sind. Normalerweise bringen sie die Raumfahrer zurück zur Erde. Der Platz ist knapp: Drei Menschen passen in eine Sojus.

Wie funktioniert eigentlich die Toilette an Bord der ISS?

Erst mal stecken die Raumfahrer zum Beispiel ihre Füße in Schlaufen. Und zwar, um sich festzumachen. Sonst würden sie von der Toilette abheben. Das Pipi zum Beispiel wird mit einem Rohr abgesaugt. Sonst könnte es ziemlich eklig werden! Später wird alles zusammen mit dem Müll Richtung Erde geschickt. Dort kommt es aber zum Glück nicht an. Es verglüht vorher. Das rund 14 Millionen Euro teure Kosmo-Klo der ISS kann zudem Urin zu Trinkwasser aufbereiten. Das ist aber nur für den Notfall gedacht und bei den Raumfahrern „nicht besonders beliebt“, sagtRaumfahrt-Experte Wladimir Popowkin.

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