Musik : Eine musikalische Bus-Garage

Die Symphonic Youngsters spielen zwischen Reisebussen in der riesigen Garage.
Die Symphonic Youngsters spielen zwischen Reisebussen in der riesigen Garage.

Normalerweise ertönt aus einer Bus-Garage maximal ein Hupkonzert. In Flensburg jedoch erklingt dort ein Symphonieorchester.

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27. August 2020, 19:14 Uhr

Flensburg | 950 Quadratmeter groß ist die Busgarage der Firma Neubauer Touristik in Flensburg. Zwischen den großen Reisebussen, die hier parken, versammeln sich zweimal in der Woche Musikerinnen und Musiker aus ganz Schleswig-Holstein mit allen Streich- und Blasinstrumenten, die zu einem klassischen Sinfonieorchester gehören: Seit Anfang Juni proben hier die „Symphonic Youngsters“. Die Halle ist so groß, dass es für die Musiker ganz einfach ist, so viel Abstand zueinander zu halten, wie es wegen der Corona-Krise nötig ist.

Der Dirigent und Leiter des Orchesters ist Peter Sommerer. Er hat früher das Orchester am Schleswig-Holsteinischen Landestheater geleitet. Die Idee hatte er zusammen mit seinem Kollegen Hans Köster bei einem Grillabend. Beide überlegten, wie es möglich sein könnte, gemeinsam Musik zu machen und dabei die Corona-Regeln einzuhalten. Die Lösung: Oliver Gröpper, Geschäftsführer von Neubauer Touristik, bot ihnen seine Bus-Garage an. „Ich bin unglaublich beglückt und stolz, wie sich die jungen Leute ins Abenteuer geworfen haben, ohne zu wissen, was genau am Ende dabei herauskommen wird“, sagt Peter Sommerer und ergänzt: „So, wie sich das alles dann Schritt für Schritt zusammengesetzt hat, ist es für mich eine ganz große Freude.“ Die Musiker sind größtenteils zwischen 15 und 23 Jahren alt. Eine der jüngsten Teilnehmerinnen ist Mine Köster. Sie spielt seit fast sechs Jahren Oboe. „Dadurch, dass ich mein Instrument genauso lange wie die anderen spiele, ist es kein Problem für mich, die Jüngste zu sein. Wir sind als Gemeinschaft schnell zusammengewachsen und verstehen uns gut.“

Anfangs mussten die Bläser untereinander und zu den Streichern einen Mindestabstand von sechs Metern einhalten. „Sich dabei abzustimmen und die anderen zu hören, war sehr ungewöhnlich und schwierig“, erzählt Mine. Aufgeregt ist sie schon, wenn sie an die Konzerte denkt, die bald kommen: „Aber dann beruhige ich mich, indem ich daran denke, dass im Orchester immer viele gleichzeitig spielen.“ Warum es sich lohnt, bei den Symphonic Youngsters mitzuspielen? „Üben ist toll, noch schöner ist es, aufzutreten, aber am schönsten ist es, gemeinsam zu musizieren“, sagt Peter Sommerer. Am kommenden Wochenende ist es soweit: Die Symphonic Youngsters zeigen ihrem Publikum in der Busgarage, wofür sie so hart geprobt haben. Am Freitag und Samstag beginnt das Konzert um 19.30 Uhr, am Sonntagvormittag um 11 Uhr.



Es sind noch Karten zu bekommen. Der Eintritt für Kinder bis 12 Jahren ist am Sonntag kostenlos. Karten sind unter anderem im Internet unter www.neubauerreisen.de oder an der Abendkasse erhältlich.

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