Greenscreen : Echte Exoten

Bekommt man nicht häufig zu Gesicht: Pangoline verstecken sich entweder auf Bäumen oder unter der Erde.
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Bekommt man nicht häufig zu Gesicht: Pangoline verstecken sich entweder auf Bäumen oder unter der Erde.

Der eine trägt Schuppenkleid, der andere ist nackt. Die Biologin Franziska Clauss erzählt von zwei etwas besonderen Tieren.

shz.de von
23. August 2018, 18:20 Uhr

Palle fragt: Du kennst ja viele Tiere. Welches Tier findest du am verrücktesten?

Die Frage ist nicht einfach zu beantworten. Verrückt sind eigentlich keine Tiere. Aber viele versetzen mich noch mehr ins Staunen als andere.

Zwei finde ich besonders außergewöhnlich. Erstmal das Pangolin oder auch Schuppentier. Es ist sehr hübsch, sieht aus wie ein riesiger Tannenzapfen, wird gut einen Meter lang und ist ein Säugetier, das normalerweise einzeln lebt. Vier seiner Arten leben in Asien und vier in Afrika. Alle haben einen langen Schwanz und können auch klettern und sich sogar am Schwanz in den Bäumen aufhängen.

Sie fressen Insekten, die sie mit einer sehr langen, im Mund aufgerollten, klebrigen Zunge ähnlich wie ein Ameisenbär aus ihren Gängen holen. Die Schuppen sind ähnlich wie Fingernägel und wachsen unten ständig nach und werden oben abgenutzt. Die Arten, die hauptsächlich am Boden leben, graben große Bauten unter der Erde, die baumlebenden Arten leben in Baumhöhlen und bewegen sich auf den Ästen wie Raupen. Leider sind Pangoline wie viele andere Tiere auch deshalb stark gefährdet, weil die Chinesen glauben, dass man aus ihnen Medizin herstellen kann. Und da hilft ihnen auch nicht das Verstecken in ihrem Bau oder das Sich-Zusammenrollen bei Gefahr.

Das andere, sehr sonderbare Tier, ist auch ein Säugetier, hat ebenfalls keine Haare, aber auch nicht Schuppen, sondern gar nichts als Körperbedeckung. Und so heißt es auch: Nacktmull. Diese Tiere können mit bis zu 30 Jahren ziemlich alt werden und sind echt nicht hübsch. Aber der maulwurfgroße Nager hat eine erstaunliche Lebensweise, denn er lebt in Ost-Afrika in riesigen Kolonien unter der Erde und bildet da Staaten wie Ameisen, mit einer Königin, die allein für das Kinderkriegen sorgt und oft doppelt so lang ist wie die restlichen Tiere. Nacktmulle graben allerdings nicht mit ihren Vorderpfoten, sondern mit den Schneidezähnen, die wie Baggerschaufeln sind. Weil sie keine Ohrmuscheln haben und die Augen mit einer dicken Hautfalte bedeckt sind, sehen nicht mal deren Babys niedlich aus.„360°: Vietnam: Die letzten Pangoline“ Do, 13. September, 18 Uhr in der Galerie 66 ; Sa, 15. September, 10 Uhr im OIC
„Nacktmulle“ Sa, 15. September, 14 Uhr im Ratssaal

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