Tiere im Wattenmeer : Die kleinen Fünf

Mit Walter Stubenrauch gehen Lina und Leon ins Watt.
Mit Walter Stubenrauch gehen Lina und Leon ins Watt.

Die Kina-Reporter Lina und Leon sind mit der Kinder-Uni auf Föhr ins Watt gegangen.

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03. August 2020, 18:38 Uhr

Föhr | Das Wattenmeer – ein Nationalpark, der alle sechs Stunden unter Wasser steht. Nur bei Ebbe ist es Besuchern möglich, diesen Lebensraum zahlreicher Tiere zu betreten und zu erkunden.

Genau das haben wir auf der Insel Föhr mit dem Wattführer Walter Stubenrauch gemacht. Er stellte uns in einer zweistündigen Wattwanderung die „Small Five“ des Wattenmeeres vor. Die Small Five sind die fünf bedeutsamsten Tiere im Wattenmeer. Sie erledigen wichtige Aufgaben, um das Leben in dem Nationalpark aufrecht zu erhalten.

Die Herzmuschel

Die Herzmuschel gräbt sich im Boden ein. Foto: Stock / LKN-SH
Die Herzmuschel gräbt sich im Boden ein. Foto: Stock / LKN-SH
 

Bereits am Strand treffen wir auf den ersten der Small Five. Viele Teile der Herzmuschel liegen auf dem Sand verteilt. Den Namen hat die Muschel, da sie von der Seite betrachtet und in ihrer geschlossenen Form einem Herz ähnelt. Eine Herzmuschel besteht nämlich aus zwei Hälften. Auf einem Quadratmeter Wattboden lassen sich etwa 1000 Herzmuscheln finden, wobei die meisten sich einige Zentimeter unter dem Boden befinden.

Der Wattwurm

Der Wattwurm ist wohl der bekannteste Nationalpark-Bewohner.
Kiana Scherm
Der Wattwurm ist meist nur an den Sandhäufchen im Watt zu erkennen. So sieht er aus, wenn er ausgegraben wird.
 

Wir gehen langsam ins Watt hinein. Anders als der Strand ist der Boden fester und hat viele Einkerbungen. „Diese Löcher entstehen durch die Möwen, die mit ihren Füßen solange den Boden auflockern, bis sie etwas Essbares finden“, erklärt Walter Stubenrauch. Neben diesen Löchern gibt es noch viele weitere kleinere und auch unzählige Häufchen, die wie Sandspaghetti aussehen. Diese Häufchen und kleinen Löcher gehören ebenfalls zu einem Tier, das zu den Small Five zählt: zum Wattwurm. Wir haben Glück, und Walter Stubenrauch findet mit Anhieb einen, ohne diesen beim Ausgraben zu verletzen. Wichtig ist, dass der Wattwurm sich danach wieder selber eingräbt, um seine Wohnröhre zu erbauen.

Die Garnele

Die Nordsee-Garnele, wird erst beim Kochen rot.
www.fischinfo.de
Die Nordsee-Garnele, wird erst beim Kochen rot.
 

Das dritte Tier, das zu den Small Five zählt, erhält man, wenn, man ein Krabbenbrötchen bestellt. Denn in Wirklichkeit befinden sich keine Krabben, sondern Garnelen auf dem Brötchen. Diese Garnelen sind vom Kochen rot, doch in der Natur passen sie sich mit ihrer Körperfarbe dem Untergrund an. Diese Eigenschaft hilft ihnen, sich besser vor Fressfeinden tarnen zu können. Auf einem Krabbenbrötchen findet man nur weibliche Garnelen, da sie doppelt so groß sind wie die Männchen.

Die Wattschnecke

Winzig: Viele Wattschnecken passen auf eine Fingerkuppe.
Schwarzbach
Winzig: Viele Wattschnecken passen auf eine Fingerkuppe.
 

Wenn man auf den Wattboden herunterschaut, sieht man viele kleine schwarze Punkte. Beim näheren Betrachten dieser schwarzen Teile fordert uns Walter Stubenrauch auf, eines dieser Teile auf die Hand zu nehmen. Es stellt sich heraus, dass es ein weiteres Tier der Small Five ist, die Wattschnecke. Sie ist nur 3 Millimeter groß und es können sich 100 000 Wattschnecken auf einem Quadratmeter befinden. Vor allem kann sich die Wattschnecke unvorstellbar schnell bewegen. In einer Sekunde legt sie zwei Meter zurück, da sie sich an der Wasseroberfläche anheften kann und sich mit den Strömung forttreiben lässt. Für viele Vögel ist sie ein wichtiger Nahrungsbestandteil.

Die Strandkrabbe

Der bekanntestes Krebs im Norden:   Die Strandkrabbe.
steffen walentowitz
Der bekanntestes Krebs im Norden: Die Strandkrabbe.
 

Der letzte und vielleicht bekannteste der Small Five ist die Strandkrabbe. Wir finden eine „tote“ Strandkrabbe im Watt, doch Walter Stubenrauch meint, dass diese weder lebendig noch tot sei, denn das sei nur die leere Hülle einer Strandkrabbe. Damit Strandkrabben wachsen können, verlassen sie ihre alte, zu kleine Hülle, pumpen sich mit Wasser voll und buddeln sich einige Tage im Wattboden ein, damit der neue Panzer aushärten kann.

Es gibt immer noch etwas Neues zu entdecken

Alle fünf Small Five sind eine wichtige Grundlage für den Nationalpark in der Nordsee und sind unverzichtbar für das Leben der Wattbewohner. Ein Besuch im Wattenmeer ist auf jeden Fall empfehlenswert – und sogar Wattkenner lernen doch jedes Mal etwas Neues.

Föhr entdecken mit der Kinder-Uni
 

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