Diamanten kommen aus der Tiefe

Geschliffene Diamanten funkeln und glitzern. Sie bestehen aber aus dem gleichen Stoff wie Bleistift-Minen: aus Kohlenstoff.
Geschliffene Diamanten funkeln und glitzern. Sie bestehen aber aus dem gleichen Stoff wie Bleistift-Minen: aus Kohlenstoff.

Die edlen Steine kosten eine Menge Geld, denn man findet sie sehr selten. Damit sie entstehen, muss viel passieren.

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29. November 2013, 00:34 Uhr

Was haben ein Diamant und ein Bleistift gemeinsam? Sie bestehen aus dem gleichen Stoff! Wenn man sich einen funkelnden Diamanten vorstellt und dann auf eine Bleistift-Mine guckt, ist das kaum zu glauben. Doch beide bestehen aus Kohlenstoff. Dieser Stoff kommt überall auf der Erde vor: in Steinen, in Pflanzen, aber auch in Lebewesen. Er ist zum Beispiel auch in der Luft, die wir ausatmen.

Damit aus Kohlenstoff aber ein Diamant wird, sind zwei Dinge wichtig: Hitze und Druck. Hitze findet man zum Beispiel im Erdmantel. Das ist eine Schicht, tief unter uns in der Erde. „Dort entstehen die Diamanten“, erklärt der Edelstein-Experte Fabian Schmitz. In einer Tiefe ab etwa 150 Kilometern. Oder noch viel tiefer. Im Erdmantel ist es extrem heiß. Es hat dort Temperaturen von mehr als 1000 Grad Celsius. Zum Vergleich: Damit Wasser kocht, muss es ungefähr 100 Grad heiß sein. Dort unten in der Erde herrscht zudem ein sehr hoher Druck. „Druck ist die dritte Zutat, die wir für den Diamanten brauchen“, sagt Fabian Schmitz.

Und so entsteht der Diamant: Zuerst sind da ein paar Kohlenstoff-Atome. Atome sind winzig kleine Teilchen. Für das bloße Auge sind sie unsichtbar. Die Teilchen gehen eine Bindung miteinander ein. Man kann sich das ungefähr so vorstellen, als wenn wir uns die Hand geben und nicht mehr loslassen. Im Diamanten gehen die Atome eine besonders feste Bindung ein. Denn jedes Teilchen verbindet sich mit vier anderen. Dadurch entstehen spezielle Formen: zum Beispiel ein Würfel oder eine Art Doppel-Pyramide. Die nennen Fachleute Oktaeder. Nach und nach kommen nun immer mehr Teilchen dazu. Durch den Druck werden sie superstark zusammengepresst. Dadurch entsteht ganz langsam der Diamant. Aber er ist noch nicht fest. Sondern eine zähe Masse. Ähnlich wie eine Rosine im Kuchenteig, schwebt der Diamant im Erdmantel. Erst wenn der gepresste Kohlenstoff abkühlt, wird er fest. Fachleute nennen das „kristallisieren“.

„Damit ein Diamant entsteht, muss das alles genau passen. Die Temperatur muss stimmen und es muss genügend Druck da sein“, erklärt der Fachmann. Weil das nicht so oft der Fall war, sind Diamanten auch recht selten. Und deshalb auch sehr teuer. Außerdem entstehen wahrscheinlich schon seit vielen Millionen Jahren keine neuen Diamanten mehr. Das nehmen zumindest viele Fachleute an. Warum aber kann man Diamanten finden, wenn sie doch so tief in der Erde entstehen? Dazu braucht es einen heftigen Vulkanausbruch. Dabei werden die Diamanten mitgerissen und an die Oberfläche geschleudert.

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