Astronomie : Detektivarbeit im Weltall

Planeten zu finden, ist eine schwierige Aufgabe. Damit man sich das besser vorstellen kann, haben Raumfahrt-Fachleute dieses Bild gestaltet.
Planeten zu finden, ist eine schwierige Aufgabe. Damit man sich das besser vorstellen kann, haben Raumfahrt-Fachleute dieses Bild gestaltet.

Im Universum gibt es viele Tausend Planeten. Aber sind welche davon etwa unserer Erde ähnlich? Ruth Titz-Weider sucht solche Himmelskörper.

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29. März 2021, 19:11 Uhr

Solche Nachrichten klingen aufregend: Da heißt es dann zum Beispiel „Forscher suchen zweite Erde“. Nanu, eine zweite Erde? Bedeutet das, es gibt irgendwo einen Planeten mit Ozeanen und Bergen, mit Tieren und womöglich Lebewesen, die uns Menschen ähnlich sind? Das wäre ja abgefahren! So einen Planeten haben Wissenschaftler allerdings bislang nicht entdeckt.

Dieses Teleskop mit dem Namen Tess sucht nach Planeten in der Größe unserer Erde.
MIT/Nasa/dpa
Dieses Teleskop mit dem Namen Tess sucht nach Planeten in der Größe unserer Erde.
 

Was sind Planeten?

In der Regel sind mit Planeten Himmelskörper gemeint, die sich um eine große Sonne bewegen. Sie müssen die Form einer Kugel haben. Außerdem sind sie auf der Umlaufbahn ihrer Sonne der wichtigste Himmelskörper.

Ruth Titz-Weider erforscht Planeten und weiß: Einen davon überhaupt zu entdecken, ist schon superschwierig. „Man muss sehr viele Sterne sehr lange beobachten“, erklärt sie.

Forscherinnen und Forscher haben in den vergangenen Jahren viele Exoplaneten entdeckt.
Nasa/Goddard Space Flight Center
Forscherinnen und Forscher haben in den vergangenen Jahren viele Exoplaneten entdeckt.
 

Wie ein Lotteriespiel

Die Forscher warten auf ein bestimmtes Ereignis, sie nennen es Transit. Dabei zieht ein Planet vor einer Sonne vorbei. Er erzeugt damit eine Art Sonnenfinsternis. „Das Problem ist nur, so ein Transit passiert normalerweise nicht jeden Tag. Man muss sehr lange beobachten. Das ist ein bisschen wie Lotteriespielen“, erzählt die Expertin. Wenn sich ein Planet dann doch endlich mal vor eine Sonne schiebt, wird diese ein klein wenig dunkler. Daraus können Forscher dann auf die Größe des Planeten schließen.

Der Transit liefert den Forschern aber noch mehr Informationen: Sie berechnen damit, wie lange der Planet für die Umrundung der Sonne braucht. „Das verrät uns wiederum, wie weit der Planet von der Sonne entfernt ist. Dieser Abstand ist sehr wichtig“, sagt Ruth Titz-Weider. Ist der Planet zu dicht an der Sonne, wird es auf ihm zu heiß. Ist er zu weit weg, ist es auf dem Planeten zu kalt und Wasser wäre beispielsweise dauerhaft gefroren. Unter bestimmten Bedingungen können die Forscher sogar herausbekommen, ob der Planet eine Lufthülle hat. Das wäre eine Atmosphäre ähnlich wie sie unsere Erde hat.

So könnte der Peg 51b ausssehen. Er war der erste erdähnliche Planet, der entdeckt wurde.
M. Kornmesser / Nick Risinger/epa/dpa
So könnte der Peg 51b ausssehen. Er war der erste erdähnliche Planet, der entdeckt wurde.

Peg 51b: Unsere Erde kreist um die Sonne. Sie braucht dafür ein Jahr. Aber die Sonne ist nur ein Stern unter vielen Milliarden. Sind also im Universum noch andere Sterne mit Planeten zu finden?

Vermutet wurde das schon sehr lange. Tatsächlich machten aber erst vor etwa 25 Jahren zwei Forscher eine sensationelle Entdeckung. Sie konnten zum ersten Mal einen Planeten beobachten, der einen Stern umkreist. Dieser Stern ist unserer Sonne recht ähnlich.

Der Planet bekam den Namen „Dimidium“. Forscher nennen ihn aber meist Peg 51b. Man findet ihn etwa 50 Lichtjahre entfernt im Sternbild Pegasus. Der Planet ist ein schneller Flitzer! Er braucht nur vier Tage, um den Stern zu umrunden. Das hat mit der engen Umlaufbahn zu tun. Das heißt, der Abstand zwischen Planet und Stern ist klein.

Suche nach Leben

Planeten zu erforschen, ist also fast wie Detektivarbeit! Doch wann ist ein Planet denn nun unserer Erde ähnlich? Dazu muss der Planet in mehreren Merkmalen mit der Erde übereinstimmen. „Der Planet muss etwa die gleiche Größe haben wie unsere Erde. Außerdem braucht er eine ähnliche Masse und eine Lufthülle. Und der Abstand zwischen Planet und Stern muss natürlich auch stimmen“, fasst die Forscherin zusammen. Erfüllt ein Planet diese Punkte, dann ist er möglicherweise unserer Erde ähnlich. Und wer weiß, vielleicht entdecken wir dort eines Tages auch Leben.

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