Lesen : Der Wortkünstler

So machen Gedichte Spaß: Arne Rautenberg liest vor und beantwortet Fragen.
So machen Gedichte Spaß: Arne Rautenberg liest vor und beantwortet Fragen.

Arne Rautenberg ist Lyriker. Was er macht, erfährt Kina-Reporter Leon bei einer Lesung in der Schule.

Leon Florescu von
11. November 2020, 17:21 Uhr

Kiel | Welche Fragen können wir einem Lyriker stellen? Das fragte sich die ganze Klasse 5c im Gymnasium Wellingdorf, als der Kieler Dichter Arne Rautenberg zu Besuch kam und dies natürlich alles auch noch unter Corona-Bedingungen. Wir aus der Klasse 5c waren alle sehr aufgeregt und freuten uns auf die Lesung. Eigentlich sollten wir im Flur leise sein, weil alle Klassen Unterricht hatten, doch das konnten wir nicht durchhalten, weil wir so gespannt waren.

Arne Rautenberg begrüßte uns sehr freundlich und las uns aus seinen Gedichten „der wind lässt tausend hütchen fliegen“, „montag ist mützenfalschrumtag“ und „unterm bett liegt ein skelett“ vor. Es gibt darin Bilder, die gruselig, witzig oder sogar ekelhaft aussahen. Es fiel mir auch auf, dass alles klein geschrieben ist, sogar die Nomen.

Lyrik – den Begriff  lernst du irgendwann in der Schule. Dabei handelt es sich um Texte, die in Versen und Strophen geschrieben werden, also um Gedichte.

Einem Lyriker begegnest du sicher nicht so oft. Derzeit haben aber einige Schulklassen die Gelegenheit, denn in den Kinder- und Jugendbuchwochen der Büchereien im Land gibt es viele Autoren-Veranstaltungen – nicht nur mit Dichtern, sondern zum Beispiel auch mit Romanautoren oder Illustratoren. 

Die Veranstaltungen finden wegen Corona aber nicht in den Büchereien statt, sondern in den Schulen oder digital.  Die Büchereien sind jedoch weiter geöffnet, sodass du dort Bücher leihen kannst. Vielleicht auch mal einen Band mit Gedichten?

Für Arne Rautenberg ist ein Gedicht ein kleines Wortkunstwerk, deshalb sind alle Buchstaben gleichberechtigt, sagt er. Daher möchte er auch keine Satzzeichen setzen, da der Vers, den der Satz bildet, abgeschnitten werden könnte. ,,So sieht es viel schöner, elegant und schlank aus", sagt er. Außerdem ist er schließlich der Chef seines Gedichts.

Auch wenn Arne Rautenberg ein sehr berühmter Dichter ist, muss er seinen Lebensunterhalt verdienen. Er bekommt von jedem Buch, das er herausgebracht hat, das zum Beispiel 10 Euro kostet, nur 1 Euro. Damit er einen vernünftigen Lebensunterhalt verdient, macht er Lesungen, wie zum Beispiel an meiner Schule.

ist der alltag mal wieder gemein dann schaut in ein buch von arne rautenberg rein schon bist du wieder lustig drauf und es gibt wieder einen besseren lauf Leon Florescu - inspirierit von Arne Rautenbergs Lesung
 

Wann beginnt bei einem Lyriker der Tag? An seiner Arbeit findet er nicht so schön, dass er um 5.30 Uhr morgens aufsteht, obwohl er bis spät in die Nacht seine Gedichte schreibt. Aber in der Nacht und am frühen Morgen, wenn alles ruhig und still ist, hat er die besten Ideen. Wenn er im Alltag unterwegs ist, hat er, wie jeder Lyriker, ein kleines Notizbuch mit, um wichtige Stichwörter aufzuschreiben, die dann in Gedichten vorkommen können.

Ich fragte, wann er auf die Ideen kam, Gedichte für Kinder zu schreiben? Mit 19 Jahre begann er mit dem Gedichteschreiben. Einige Jahre später fragte ihn seine Tochter Nike, was er für einen Beruf hätte. Den Beruf Lyriker fand sie spannend und bat ihn, ein Gedicht über ihre Lieblingstiere aufzuschreiben. So entstanden seine ersten Walross-Gedichte, worin er auch lustigere Sachen hineinschrieb.

Der Dichter meint, man könnte Gedichte in jeder alltäglichen Situation nutzen und sich inspirieren lassen. Sie sind schnell lesbar und können auch Wartezeit überbrücken. Für Bücher braucht man immer mehr Zeit.

Ein Trick, den Arne Rautenberg gern nutzt, ist es, den Leser direkt mit „Du“ anzusprechen. Das weckt eine größere Lust zum Weiterlesen, sagt er.

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