Ferienspaß auf Föhr : Baden im Museum

Joy (9) hat ein Fischerboot im Meer und ein Lagerfeuer an Land.
Joy (9) hat ein Fischerboot im Meer und ein Lagerfeuer an Land.

Ihre eigenen Traumstrände bauen Kinder im Museum Kunst der Westküste auf der Insel Föhr.

shz.de von
11. Juli 2019, 18:08 Uhr

Alkersum | Baden am Strand – das kann so schön sein. Du steigst in den Pferdewagen und wirst hinausgefahren bis ins seichte Wasser. Dann reitet der Kutscher fort, damit du ganz privat in deinem Badeanzug ins Wasser gehen kannst. Wenn du genug geschwommen bist, steigst du wieder ein, setzt die Flagge am Wagen und der Kutscher holt dich wieder ab. So sah das Baden jedenfalls vor 200 Jahren aus, als das Seebad Wyk auf Föhr gegründet wurde.

Wie die Wagen, die Badeanzüge und Strandkörbe in früheren Zeiten aussahen, ist gerade in einer Ausstellung im Museum Kunst der Westküste (MKDW) in Alkersum auf Föhr zu sehen.

Jule Bauder vom MKDW führt die Workshop-Teilnehmer durch die Ausstellung. Auf einem alten Plakat ist eine Strandszene vor über 100 Jahren zu sehen: elegante Menschen, ein Dampfschiff und Ankleidekabinen auf dem Sand.
Jule Bauder vom MKDW führt die Workshop-Teilnehmer durch die Ausstellung. Auf einem alten Plakat ist eine Strandszene vor über 100 Jahren zu sehen: elegante Menschen, ein Dampfschiff und Ankleidekabinen auf dem Sand.
 

Zwölf Kinder haben sich das angeschaut und wollten selbst kreativ werden. „Mein eigener Traumstrand“ heißt der Workshop im Museum. In der Ausstellung sammeln sie Ideen, wie ihr eigener Strand aussehen soll. Bilder zeigen schöne Landschaften, aber auch viele Menschen, die sich am Meer vergnügen – zum Beispiel auf Bootsausflügen oder beim Tanzen am Strand. Es gibt aber nicht nur Bilder. Broderke (8) findet einen alten, rot-weiß gestreiften Badeanzug besonders interessant. Viele mögen die alten, runden Strandkörbe und wollen sie an ihren Strand bauen. Philipp (11) aus Berlin lässt sich von den Sportbildern inspirieren. Er will einen Strand mit Volleyballplatz und Hängematte.

Broderke (8) hat ein Floß gebastelt, damit er rumfahren kann.
Broderke (8) hat ein Floß gebastelt, damit er rumfahren kann.
 

Im Atelier können sie ihre Ideen umsetzen. Alle nehmen sich einen Pappdeckel als Grundlage für ihren Strand. Kunstvermittlerin Sylvia Haumersen zeigt ihnen ein paar Beispiele und die Materialien: Farben, Papiere, Muscheln, Stöcke, Halme, Schachteln in vielen Größen, Wolle, Stoffe, Leim, Heißklebepistolen und vieles mehr, was ein Künstler brauchen kann, alles ist da.

Bünka (7) hat einen gemütlichen Sonnenstrand mit Muscheln.
Bünka (7) hat einen gemütlichen Sonnenstrand mit Muscheln.
 

Bünka klebt mit Leim Sand in ihre Schale, dazu Muscheln und Steine. Philipp startet mit der Hängematte. Broderke baut ein Floß und einen Strandkorb an seinen Strand und einen blauen Klebestreifen als Meeressaum. Joy malt das Wasser mit Wachsmalern, setzt ein Fischerboot aus Pappe drauf, bastelt einen Mast mit Segel dazu und hängt schließlich noch ein Netz ans Boot. Bencke hat einen besonders großen Strand angelegt, damit ein Bootsanleger aufs Wasser passt.

Bencke (10) war der Bootsanleger am Strand wichtig.
Ina Reinhart
Bencke (10) war der Bootsanleger am Strand wichtig.
 

Am Ende haben alle einen Strand gebastelt, an dem man gern baden gehen möchte – ohne Kutscher und Pferd.

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