Tag des Offenen Denkmals : Alte Zeiten entdecken

Christel Pagel erklärt Cheyenne den Mühlstein.
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Christel Pagel erklärt Cheyenne den Mühlstein.

Ein Denkmal kann ganz schön spannend sein, findet Kina-Reporterin Cheyenne (14)

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07. September 2018, 01:24 Uhr

Der Tag des offenes Denkmals steht vor der Tür. Die 150 Jahre alte Mühle „Hoffnung“ in Munkbrarup würde sich zum Beispiel für einen Besuch anbieten.

Dort kannst du in eine echte Mühle hineingehen, erfahren, wie sie funktioniert, selber Weizen mit dem Römerstein mahlen und anschließend einen kleinen Pfannkuchen daraus backen. Oder Hafer zu Haferflocken quetschen. Im Backhaus nebenan erwartet dich frisch gebackener Butterkuchen. Flammkuchen und Weinsuppe mit Graupen stehen auch auf dem Plan.

Außerdem kannst du dir dort am Sonntag ein 75 Jahre altes Feuerwehrauto anschauen, dass auch unter Denkmalschutz steht. Die Mühle ist an diesem Tag von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

Von der Gerste zur Graupe

Das besondere an dieser Mühle ist, dass sie nicht nur Mehl mahlt, sondern auch Graupen produziert. Und da ist sie sogar die einzige Windmühle in Schleswig-Holstein, die das tut. Graupen sind das Endprodukt, wenn man das Getreide Gerste schält.

Um die Graupen überhaupt in einer Mühle produzieren zu können, braucht man Wind. Um genau zu seien, braucht man mindestens Windstärke 6. Das ist eine Bezeichnung für starken Wind, also so stark, dass dicke Äste anfangen, sich zu bewegen und man Drahtseile pfeifen hört. „Windstärke 6 gibt es nur an etwa 60 Tagen im Jahr“, erklärt Christel Pagel, die Besitzerin der Mühle „Hoffnung“. „Also musste man sich früher als Müller ranhalten, wenn der Wind da war. Ob Tag oder Nacht – dann wurden Graupen produziert.“

Die Mühle war früher ein Treffpunkt für das ganze Dorf. „Wenn der Knecht nicht genügend Neuigkeiten mit nach Hause brachte, dann fuhr der Bauer am nächsten Tag lieber selber hin und brachte das Getreide zur Mühle“, erzählt Christel Pagel aus früheren Zeiten. Beim Tag des offenen Denkmals erfahren die Besucher viel darüber, wie es damals zuging – und auch, wie die alte Technik funktioniert.

Die Gerstenkörner werden in der Mühle geschält. Dafür schüttet der Müller die Körner in den Schälstein mit Pellblech.

 

Der Schälstein besteht aus einem Sandstein mit Rillen. Die Rillen bewegen die Körner hin und her. Und dazu braucht man den vielen Wind, der die Flügel dreht. So wird die Energie zum Schälstein gleitet, damit er sich ganz ganz schnell dreht. Die Körner knallen durch das schnelle Drehen des Steines gegen das Pellblech, das um den Stein drum herum ist. Wenn die Körner auf das Pellblech knallen, dann bricht die harte Schale auseinander und die Graupen sind freigelegt.

Jetzt kommt es darauf an, was man aus den Graupen machen möchte. In einem besonderen Mahlwerk können die Körner noch einmal aufgebrochen werden. Daraus kannst du Grütze machen. Aber auch für die ganzen Körner kennt Christel Pagel viele leckere Rezepte – wie zum Beispiel den bunten Hackfleischtopf mit Graupen. Dieses und mehr Rezepte findest du auf der Internetseite der Mühle.

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