Leute : Alice gibt nie auf

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Die 25-jährige Sängerin ist schon in ihrer Kindheit viel unterwegs gewesen. Wie sie damit umgeht - das hört man in ihren Liedern.

shz.de von
16. Januar 2019, 18:24 Uhr

Die Sängerin Alice Merton, 25, gehört zu den Menschen, die nie aufgeben. Weil sich keine Plattenfirma so richtig für ihre Songs begeistern konnte, gründete sie in Berlin ihr eigenes Label. Ihr Lied „No Roots“ (englisch für „keine Wurzeln“) wurde ein weltweiter Hit, in den USA stand es sogar an der Spitze der Alternative Charts. Nun sitzt die Tochter einer Deutschen und eines Iren in Berlin in ihrem Büro auf der Couch, um über ihr erstes Album „Mint“ zu sprechen, das morgen erscheint. Es vereinigt eingängigen Pop mit Beats oder rockigen Gitarrenriffs.

Wie persönlich ist dein Stück „No Roots“?
Ich habe tatsächlich das Gefühl, nirgends verwurzelt zu sein. Zuhause ist für mich kein Ort. Ich fühle mich eher bei bestimmten Menschen oder in meiner Musik daheim.

Liegt das daran, dass du während deiner Kindheit nie lange an einem Ort geblieben bist?
Ja. Ich wurde in Frankfurt geboren, aufgewachsen bin ich in den USA, in Kanada, in Deutschland und in England. Mein Vater war Unternehmensberater, darum sind wir oft umgezogen.

Wie bist du damit umgegangen?
Die ständigen Ortswechsel waren eine Herausforderung für mich. Wenn ich mir endlich Freundschaften aufgebaut hatte, brachen wir wieder in ein anderes Land auf. Trotzdem bin ich dankbar für das, was ich erlebt habe. Besonders die Zeit in München hat mich geprägt. Dort habe ich angefangen, Deutsch zu lernen. Meine Muttersprache war ja Englisch.

 

Nach dem Abitur hast du dann an der Mannheimer Popakademie studiert.
Ich kann nur Gutes über diese Uni sagen. Dort habe ich nicht nur meinen Manager und meine Band kennengelernt, sondern mich als Künstlerin weiterentwickelt. Vor allem gesangstechnisch habe ich viel gelernt.

Wie bist du überhaupt zur Musik gekommen?
Mit fünf begann ich, Klavier zu spielen. Als Neunjährige entdeckte ich das Singen für mich. Auf dem Gymnasium belegte ich später ein Seminar fürs Songschreiben. Dadurch stieß ich auf eine neue Superkraft.

 Dabei wolltest du eigentlich klassische Musikerin werden.
Die Welt der Klassik war mir auf Dauer zu eingeschränkt. Wenn ich Stücke von Chopin oder Rachmaninow etwas anders zu interpretieren versuchte, bremsten mich meine Lehrer sofort aus. Also beschloss ich, lieber etwas Eigenes zu kreieren.

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