Junge Reporter : U18 - Wie können wir uns politisch einbringen?

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Die großen wundern sich: Die Jungen wollen in der Politik mitreden.
Die großen wundern sich: Die Jungen wollen in der Politik mitreden.

Bei der Bundestagswahl dürfen sie wieder nicht mitstimmen: Junge Reporterinnen, elf bis 15 Jahre alt, wollen von Hauke Petersen, dem stellvertretenden Landesbeauftragten für politische Bildung, wissen, wie sie gehört werden.

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15. September 2021, 17:02 Uhr

Steinbergkirche/Kiel | Antonia: Auf die Straße gehen für Fridays For Future, ist das politische Bildung?

Das ist in gewisser Weise auch politische Bildung. Wenn man auf eine Demonstration geht, beteiligt man sich politisch und vertritt eine politische Meinung - und daraus kann man lernen. Die vielen jungen Leute, die bei Fridays For Future mitmachen, können aus ihrer Teilnahme an der Demonstration lernen, wie ein politischer Prozess funktioniert und dass es leichter wird, Themen voranzutreiben, wenn man sich mit anderen zusammenschließt und für eine gemeinsame Sache eintritt.

Dr. Hauke Petersen ist in Schleswig-Holstein der Stellvertreter des Landebeauftragten für politische Bildung.
Kaja Grope
Dr. Hauke Petersen ist in Schleswig-Holstein der Stellvertreter des Landebeauftragten für politische Bildung.

Caroline: Wie soll die Aufklärung in Sachen Nachhaltigkeit bei uns stattfinden?

Ganz viel sollte in der Schule passieren. Der Begriff Nachhaltigkeit kann sehr viel umfassen. Es geht darum, den Klimawandel zu bekämpfen und zu lernen, wie man die Natur schützen kann. Dazu gehört auch, dass nicht so viele Lebensmittel weggeworfen werden, dass man in der Landwirtschaft umweltbewusst arbeitet und bedrohte Tierarten schützt. Die Schule hat dabei einen großen Anteil. Nicht nur in Biologie ist es wichtig, dass Lehrerinnen und Lehrer das Thema aufgreifen und lebensnah vermitteln. Genauso wichtig ist es, dass ihr euch als junge Menschen selbst Informationen einholt und Ideen entwickelt, um die Welt nachhaltig zu gestalten.

Caroline: Was bedeutet für Sie Nachhaltigkeit?

Nachhaltigkeit bedeutet, dass wir die Welt, in der wir leben, für zukünftige Generationen schützen. Dafür müssen wir viele Aspekte in privaten Lebenssituationen mit einbeziehen, zum Beispiel Flugreisen oder Müllproduktion.

Caroline: Wie können wir Jugendlichen uns weiterhin eine Stimme in der Politik erarbeiten?

Fast alles, was uns umgibt, ist politisch.. In der Schule gibt es zum Beispiel viele verschiedene Möglichkeiten, sich politisch zu engagieren wie die Aufgabe der Schülersprecherin oder des Klassensprechers. Diese Chancen sollten junge Menschen nutzen. Zusätzlich sollten und können sich viele Kinder und Jugendliche beteiligen, wenn sie etwas in ihrer Stadt oder in ihrem Dorf verändern wollen. Für die Umsetzung dieser Ideen haben viele Gemeinden einen eigenen Kinder- und Jugendbeirat, der dazu dient, jugendliche Interessen in politischen Prozessen mit einzubinden.

Antonia: Welche Rollen spielen die Jugendorganisationen der Parteien im politischen Prozess?

Sie spielen eine wichtige Rolle. Zum einen können die Interessen junger Menschen schneller und direkter an die politischen Entscheider herangetragen werden. Zum anderen lernen sie, was es heißt, aktiv Politik zu machen. Viele aus den Jugendorganisationen werden die Politikerinnen und Politiker von morgen. Junge Menschen bilden sich in den Jugendorganisationen weiter und bekräftigen ihre politische Meinung.

Die Jugendorganisationen der Parteien haben neben der Nachwuchsgewinnung die wichtige Funktion der Meinungsbildung, und sie tragen jugendliche Themen und Positionen in die Parteien.

Caroline: Inwiefern ist Erfahrung in der Politik wichtig?

Sie ist wichtig, aber genauso wichtig sind neue Ideen. Wenn man nur sagt „wir machen das so, wie es früher schon war”, kann das so nicht gehen. Man muss gleichzeitig immer neue Ideen einbringen und dafür sind vor allem junge Menschen wichtig, die können das oft besser als die Älteren. Aber gleichzeitig ist auch Erfahrung wichtig, gerade wenn es darum geht, ie Politik funktioniert, wie die Abläufe sind, wen man ansprechen muss, um etwas Bestimmtes zu erreichen.

Caroline: Wie möchten Sie sich in Zukunft für das Thema Nachhaltigkeit einsetzen?

Beim Landesbeauftragten für politische Bildung führen wir verschiedene Bildungsformate durch, die sich auch mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzen. Zum Beispiel wird es am 31. August eine große Jugendaktionskonferenz in Kiel geben, bei der ganz viele Jugendliche aus Schleswig-Holstein zusammenkommen. Bei dieser Konferenz gibt es drei große Themen: Klima, Gerechtigkeit und Demokratie. In allen drei Themen steckt auch ganz viel Nachhaltigkeit. Und ganz persönlich versuche ich, so zu leben, dass zukünftige Generationen auch gut leben können.

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