Trainingseinblicke : Flensburg gegen Kiel: Endspurt in der Segelbundesliga

Avatar_shz von 05. August 2021, 17:50 Uhr

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Mit dem Gennaker ist das Segelbundesliga-Boot des FSC schnell vor dem Wind.
Mit dem Gennaker ist das Segelbundesliga-Boot des FSC schnell vor dem Wind.

Ein hektisches Gerenne auf dem Boot, in dem es trotzdem eine Ordnung zu geben scheint: So sah das Training des Flensburger Segelclubs (FSC) von außen aus. Die Segler trainieren für die Segelbundesliga und die Juniorenliga.

Flensburg | Von der Fußball- oder Handball-Bundesliga haben die meisten schon mal gehört. Doch wer weiß, dass es auch eine fürs Segeln gibt? Hier ist Flensburg vorne mit dabei. Die Seniorenmannschaft des FSC steht gerade auf dem zweiten Tabellenplatz mit einem Punkt hinter Kiel. Guckt man jedoch auf die Tabelle, wundert man sich, denn der Erstplatzierte hat die wenigsten Punkte. Die Flensburger haben in der Gesamtwertung aktuell acht. Nun versuchen sie, bei den Wettfahrten Kiel im Zweikampf zu besiegen, um die Konkurrenten aus der Landeshauptstadt, die um einen Punkt vor ihnen liegen, zu überholen. Mit Fleiß und viel Training: FSC mit Kurs auf die Tabellenspitze in der Segel-Bundesliga Der Wind wird genutzt, um schneller ins Ziel zu kommen. Dafür müssen die Segel hin und her gewendet werden. Die Mannschaft zieht also die Segel herum mit Leinen, die im Cockpit in einem scheinbar wilden Durcheinander am Boden liegen. Männer und Frauen segeln in einer Liga. „Leider muss man sagen, dass im Schnitt schon mehr Männer in der Bundesliga vertreten sind als Frauen. Aber das lässt sich ja ändern“, meint Florian Jakobtorweihen, der Trainer der Segler. „Wenn aber Frauen da sind, die segeln möchten und die auch denselben Leistungsanspruch erfüllen, dann sind sie genauso an Bord wie alle anderen auch.“ Zweikampf zwischen Flensburg und Kiel Beim Training des FSC konnten die Kina-Reporter eine Frau entdecken. Levke Möller ist zuständig für die Taktik des Bootes. Sie sorgt dafür, dass die richtigen Manöver gefahren werden und das Boot ordentlich und schnell um die Bojen kommt. Auch in schwierigen Situationen muss sie die richtigen Entscheidungen treffen. Neben der Taktikerin gibt es noch den Steuermann, der steuert und das Großsegel einstellt, den Trimmer, der die restlichen Segel einstellt und das Vorschiff, wo ein Segler die Vorsegel wechselt und das Boot beschleunigt. Zwar rennen alle etwas durcheinander, aber auch von außen lässt sich erkennen, dass jeder weiß, was er tut. Es gibt immer einen größeren Kader als nur vier Segler pro Boot, aus dem dann die Segler für einzelne Spieltage ausgewählt werden. Für die erste Bundesliga hat der FSC 13 Personen im Kader, für die Junioren-Liga zwölf. Wer dann segeln darf, entscheiden verschiedene Faktoren: Wer kann auf diesem Gewässer gut fahren? Wie viel Gewicht ist optimal? Welche Positionen müssen noch besetzt werden? Und wer kann mit wem gut segeln? Der nächste Spieltag für die Senioren findet an diesem Wochenende in Berlin statt. Gordon Nickel ist dabei. Sein Erfolgsgeheimnis ist viel Training und eine gute Taktik. Außerdem liege in der Ruhe die Kraft, meint er. „Wir haben keinen Stress, sondern wir gehen unsere Routinen durch und jeder macht seinen Job.“ Segeln ist ein Sport, bei dem der Kopf intensiv genutzt werden muss. Deshalb hat jeder auf dem Boot seine Position. Doch auch, wenn es mal nicht so gut läuft und jemand etwas falsch macht, wird die Teamstimmung hochgehalten, und bei der nächsten Wettfahrt versucht man, sich zu verbessern: „Es ist nie so, dass wir sagen ‚Wir haben Angst zu verlieren‘, weil wir es eigentlich können. Wir müssen es einfach nur abrufen. Und wenn wir es nicht abgerufen haben, dann sortieren wir uns neu und machen es in der nächsten Wettfahrt besser“, sagt Gordon Nickel. Happy in der Flensburger Förde Momentan trainieren die Segler mehrmals pro Woche, um Kiel zu schlagen. Den Küstenvorteil haben beide Mannschaften den anderen Booten gegenüber, sagt Gordon Nickel. „Aber die Flensburger Förde ist schöner, deswegen sind wir hier happy.“ Und das sah man am Abend richtig gut. Das Wasser glitzerte von der Sonne und der Wind schob das Boot voran. Das Ziel ist nun, die Konstanz der Saison aufrechtzuhalten. Wie das Segel-Nordderby schlussendlich ausgehen wird, entscheidet sich vom 21. bis 23. Oktober. ...

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