Umweltschützer : 250 Teichmolche ziehen um

Aslan, Jette, Pelle, Jonas, Mailin, Smilla, Katharina, Mia und William retten Amphibien.
Aslan, Jette, Pelle, Jonas, Mailin, Smilla, Katharina, Mia und William retten Amphibien.

Junge Naturschützer aus Flensburg retten seltene Tierarten.

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15. September 2020, 12:38 Uhr

Flensburg | Die Amphibien sind in Gefahr. Die Tiere, zu denen auch Frösche, Kröten und Molche gehören, brauchen Lebensraum im Wasser und an Land. Und diese Lebensräume werden immer knapper, zum Beispiel durch Baumaßnahmen.

Zwar stehen Amphibien in Deutschland unter Artenschutz. Niemand darf sie fangen oder ihren Lebensraum stören. Doch nicht immer wissen Bauherren, dass sich auf ihrer Baustelle ein wichtiger Platz für die Tiere befindet. Manchen ist es sogar egal.

Die jungen Teichmolche brauchen das Wasser zum Überleben.
Hans-Peter Fokuhl
Die jungen Teichmolche brauchen das Wasser zum Überleben.
 

Die Jugend des Naturschutzbundes in Flensburg, kurz Naju, will den Tieren helfen. Sie achten in ihrer Stadt drauf, dass die Auflagen eingehalten werden. Bei einem Bauvorhaben am Rande eines Naturschutzgebietes haben sie zum Beispiel den Amphibienschutzzaun an der Baustelle überprüft und auf Mängel hingewiesen.

Auf einem Weg im Kluesrieser Wald unterstützte die Naju den Bau eines Schutzzaunes. An diesem Ort kommen Kamm- und Bergmolch, zwei besonders seltene Molcharten vor.

Und jetzt geriet eine Sanierungsmaßnahme an einem Friedhofsteich zum Problem. Auf dem Mühlenfriedhof haben sich seit Jahren die Teichmolche beheimatet, und da kann man nicht einfach das Wasser ablassen und die Molche Molche sein lassen.

Die Naju keschert die Molche aus dem Friedhofsteich, um sie später im ihrem neuen Teich in der Nähe vom Martinsstift unterzubringen.
Hans-Peter Fokuhl
Die Naju keschert die Molche aus dem Friedhofsteich, um sie später im ihrem neuen Teich in der Nähe vom Martinsstift unterzubringen.
 

Die Naju schaffte es, eine Genehmigung des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume in Kiel zu bekommen, die es ihr erlaubte, die Molche umzusiedeln, bevor das Teichwasser für die erforderlichen Sanierungszecke abgelassen wird.

Aber wohin dann mit den Molchen? Da half ihnen die Untere Naturschutzbehörde im Flensburger Rathaus. Sie fand einen Teich, der zur neuen Heimat der Molche werden sollte.

Am Wochenende war es dann soweit: Die jungen Naturschützer nahmen Kescher in die Hand und fischten die Teichmolche behutsam aus dem Friedhofsteich. Etwa 250 Teichmolche gingen ihnen ins Netz und sie setzten sie noch am selben Tag in ihrem neuen Teich aus.

Dort tummelt sich nun eine richtige Teichmolch-Schule, denn es waren ausschließlich Jungtiere, die sich im Friedhofsteich tummelten. Alle erwachsenen Molche waren bereits in ihre Winterquartiere abgewandert. Diese werden im Januar oder Februar zurück zum Teich kommen, so wie es alle Jahre ihre Art ist. Was wird aber geschehen, wenn die Sanierung dann nicht beendet ist? Eines ist gewiss: Die Naju Flensburg wird die Lage im Auge behalten!

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