Dänemark und Deutschland : 100 Jahre Grenzgeschichte

Auf dem riesigen Stadtplan von Flensburg können die Besucher ihre Ideen für die Grenzstadt aufstellen.
Auf dem riesigen Stadtplan von Flensburg können die Besucher ihre Ideen für die Grenzstadt aufstellen.

Die Kina-Reporterinnen Hannah, Wiebke, Joana und Luzi in der Grenzland-Ausstellung „Perspektivwechsel 2020“.

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26. Oktober 2020, 09:23 Uhr

Flensburg | „Denk an mich Mutter“, dieser Satz hing vor 100 Jahren an jeder Straßenecke des Grenzlandes. Die Dänen wollten mit diesem Wahlplakat möglichst viele Menschen davon überzeugen, zu Dänemark gehören zu wollen. Auch Deutsche hängten Plakate auf, um die Wähler auf ihre Seite zu ziehen. Diese Plakate entschieden damals mit über die Grenzziehung und sind heute auf dem Museumsberg in Flensburg zu sehen.

Im Jahr 1920 hingen im Grenzland überall Plakate, die dafür warben, für die deutsche oder die dänische Seite zu stimmen.
Luzi / Hannah

Im Jahr 1920 hingen im Grenzland überall Plakate, die dafür warben, für die deutsche oder die dänische Seite zu stimmen.

 

Nach über drei Jahren Planung und einem halben Jahr Verschiebung, auf Grund der Coronakrise, ist die Ausstellung „Perspektivwechsel 2020“ zum 100-jährigen Jubiläum der Dänisch-Deutschen Grenze nun geöffnet. In der Ausstellung gibt es fünf Räume. Einer handelt von der Abstimmung der Menschen über die Grenze.

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Weitere Themen sind Flensburg vor 100 Jahren, der Transit zwischen Deutschland und Dänemark und die Identität der Einwohner. Zum Abschluss wird darüber informiert, wie sich das deutsch-dänische Verhältnis weiterentwickeln könnte.

Orange und Magenta: Flaggenfarben fröhlich vermischt

Die Farben Magenta (Pink) und Orange stehen für Dänemark und Deutschland. Sie wirken so fröhlich, wie das Verhältnis zwischen den Ländern seit langer Zeit meistens ist.
Luzi/Hannah
Die Farben Magenta (Pink) und Orange stehen für Dänemark und Deutschland. Sie wirken so fröhlich, wie das Verhältnis zwischen den Ländern seit langer Zeit meistens ist.
 

In der gesamten Ausstellung spielt die Farbgestaltung eine große Rolle, da diese an die Farbmischung der beiden Länderflaggen angelegt ist. Das Rot und Gelb der deutschen Flagge ergeben Orange und das Rot und Weiß der dänischen Flagge mischen sich zu Magenta. Punkte in der jeweils anderen Farbe stellen die Minderheiten dar. Alles ist sehr hell und freundlich gestaltet, was das gute Verhältnis zwischen Deutschland und Dänemark widerspiegeln soll.

Mitmachen: Die Ausstellung wächst

Was ist die Grenze für dich? – Im Jahr 2020 schreiben viele, dass sie vor alllem lästig ist und wegsoll.
Luzi/Hannah
Was ist die Grenze für dich? – Im Jahr 2020 schreiben viele, dass sie vor alllem lästig ist und wegsoll.
 

Die Ausstellung ist interaktiv. So kann man auch selbst seine Meinung äußern, indem man sie auf kleine Zettel oder Teller schreibt und aufhängt.

Joana, Wiebke und Luzi schauen sich die alten Dokumente an.
Hannah
Joana, Wiebke und Luzi schauen sich die alten Dokumente an.
 

Es gibt auch viele originale Ausstellungsstücke in dem Museum, wie zum Beispiel ein vollgestempelter Pass eines Jungen, an den noch Seiten angeklebt wurden, weil er so oft über die Grenze gegangen ist. Außerdem gefielen uns die vielen echten Fotos, die dafür gesorgt haben, dass man sich gut in die damalige Situation hineinversetzen konnte.

Offene Grenze  geschlossen

Der Pass eines Jungen, der früher oft über die Grenze pendelte, hat die drei Kina-Reporterinnen besonders beeindruckt: Weil an der Grenze jedesmal ein Stempel gemacht wurde, mussten noch Seiten angeklebt werden. Seit die Grenzen in Europa offen sind, gibt es keine Stempel mehr in Ausweise. Doch seit einiger Zeit gibt es an der deutsch-dänischen Grenze wieder Kontrollen, wo man seinen Ausweis vorzeigen muss.
Luzi/Hannah
Der Pass eines Jungen, der früher oft über die Grenze pendelte, hat die drei Kina-Reporterinnen besonders beeindruckt: Weil an der Grenze jedesmal ein Stempel gemacht wurde, mussten noch Seiten angeklebt werden. Seit die Grenzen in Europa offen sind, gibt es keine Stempel mehr in Ausweise. Doch seit einiger Zeit gibt es an der deutsch-dänischen Grenze wieder Kontrollen, wo man seinen Ausweis vorzeigen muss.
 

Aufgrund der Corona-Krise merkt man nun, genau 100 Jahre später, wie schlimm diese Grenzziehung damals gewesen sein muss. Für uns ist das Grenzland und der Übergang zwischen Deutschland und Dänemark Teil des Alltags und selbstverständlich. Darum ist die Grenzschließung in diesem Jahr so gravierend.

Unserer Meinung nach ist die Ausstellung zu empfehlen, da sie sehr viel über die Geschichte und das Verhältnis zwischen Dänemark und Deutschland offenbart. Sie ist sehr schön gestaltet und man kann sich auch Videos angucken, anstatt viele Texte durchlesen zu müssen. Allerdings sollte man mindestens zwei Stunden dafür einplanen, da uns eine Stunde zu kurz war.

> Die Ausstellung „Perspektivwechsel 2020“ ist über drei Standorte in Flensburg verteilt – außer auf dem Museumsberg noch im Schifffahrtsmuseum und in der Dänischen Zentralbibliothek. Sie läuft bis März 2021.

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