Internationale Schule : Zweisprachigkeit als Markenzeichen

Ungeachtet der offenen Detailfragen steht für Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer fest: „Eine internationale Schule ist ein wichtiger Standortfaktor.“
Ungeachtet der offenen Detailfragen steht für Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer fest: „Eine internationale Schule ist ein wichtiger Standortfaktor.“

Mit einer internationalen Schule will Kiel sein Image stärken und mit Standortvorteilen gegenüber der städtischen Konkurrenz punkten. Noch ist allerdings unklar, wie diese neue Schule aussehen wird – und wer sie bezahlt. Eine Umfrage soll jetzt Aufklärung bringen.

shz.de von
14. März 2018, 18:41 Uhr

Neun Monate bleiben bis zur Geburt: Noch in diesem Jahr will die Stadt Kiel eine Grundsatzentscheidung über die Einrichtung einer internationalen Schule fällen. Mit Hilfe der Fachhochschule (FH) startet eine Online-Befragung unter sämtlichen Haushalten, in denen Kinder gemeldet sind. Die Antworten sollen helfen, den Bedarf, die Wünsche, die Struktur und – ganz wichtig – auch die Finanzierung dieser Bildungseinrichtung zu ermitteln.

Denn wie Oberbürgermeister Ulf Kämpfer und Bildungsdezernentin Renate Treutel gestern einräumten: Die Vorstellungen gehen gegenwärtig noch weit auseinander. Nicht einmal der Begriff „Internationale Schule“ ist scharf umrissen. Klar ist für die Beteiligten allerdings die Strahlkraft. „Eine internationale Schule ist ein wichtiger Standortfaktor“, erklärt Kämpfer.

Regelmäßig wird er von größeren Firmen angesprochen, wie der Nachwuchs ausländischer Fachkräfte betreut und beschult werden kann. Vor diesem Hintergrund scheint auch klar zu sein, dass das Einzugsgebiet dieser Schule weit über die Landeshauptstadt hinaus in die Region reichen würde.

Als Angebot für Eltern, die nicht Deutsch sprechen, sieht Renate Treutel eine Schule mit einem zweisprachigen Unterricht beispielsweise in Deutsch/Englisch, Deutsch/ Russisch, Deutsch/Spanisch oder sogar in Deutsch/Chinesisch. An der Ricarda-Huch-Schule wird diese Art des Unterrichtens bereits praktiziert. Und die dänischen Kindergärten und Schulen im Norden des Landes sind ebenfalls ein gutes Beispiel für gelebte Zweisprachigkeit.

Gemeinsam haben Annika Frenzke als städtische Wissenschaftsreferentin und Marco Hardiman als Professor für Soziale Medien an der FH einen Fragebogen entworfen, der drei Wochen lang im Netz verfügbar und bei künftigen Entscheidungen hilfreich sein soll. Erkundet werden etwa die Vorlieben für Sprachen und Schulformen oder die Einbindung von Kitas, erfragt wird aber auch die Bereitschaft, ein Schulgeld zu zahlen.

Überhaupt die Kosten: Für Renate Treutel steht fest, dass sich das Ministerium finanziell an einer Internationalen Schule beteiligen muss – ob sie nun einer bestehenden Bildungseinrichtung angegliedert oder als neuer unabhängiger Typus hochgezogen wird. Der Dezernentin ist auch wichtig, dass eine internationale Schule prinzipiell allen Bewerbern offensteht und nicht nur als elitäres Angebot wahrgenommen wird.

Bis Anfang April läuft die Befragung, danach beginnt die Auswertung. Renate Treutel wird mit ihrer Mannschaft auch Schulen besuchen, die bereits nach internationalen Kriterien arbeiten. Der Findungsprozess ist seit gestern in vollem Gange, das Ergebnis steht noch längst nicht fest. Noch einmal Renate Treutel: „Wir sind neugierig, wie die internationale Schule aussehen wird.“


> Der Fragebogen zur internationalen Schule wird unter der Internet-Adresse http://eltern.befragung-kiel.de freigeschaltet.

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