Zwei Säulen tragen "Junge Bühne"

Jede Menge los im Ratsdienergarten: Die 'Junge Bühne' ist zu einer festen Größe auf der Kieler Woche geworden. Foto: Strebos
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Jede Menge los im Ratsdienergarten: Die "Junge Bühne" ist zu einer festen Größe auf der Kieler Woche geworden. Foto: Strebos

Alkoholprävention und Jugendbeteiligung Schwerpunkte im Ratsdienergarten während der Kieler Woche / Poetry Slam zwei Stunden vorverlegt

shz.de von
11. Juni 2013, 03:59 Uhr

Kiel | Sie ist noch gar nicht so alt, und doch schon erwachsen geworden. Dabei möchte sie das in gewisser Hinsicht bestimmt überhaupt nicht. Die Junge Bühne Kiel (JBK) steht in diesem Jahr zum mittlerweile neunten Mal zur Kieler Woche (22. bis 30. Juni) im Ratsdienergarten und lockt vor allem das jüngere Publikum an. Knapp 40 Bands und Solo-Talente aus dem Norden geben unweit des Kieler Schlosses im Abendprogramm eine Kostprobe ihres Könnens.

Seit 2005 wird die JBK vom Kieler Jugendring e.V. sowie den Mädchen- und Jugendtreffs der Landeshauptstadt Kiel gemeinsam organisiert. Im Interview spricht Burkhardt Richard, Geschäftsführer des Kieler Jugendrings und eine der treibenden Kräfte bei der AG Junge Bühne Kiel, über die Entwicklung der JBK, über das Konzept und über eine überdimensionale Mineralwasserflasche.

Herr Richard, Sie sind seit der Premiere der Jungen Bühne im Jahr 2005 mit von der Partie. Vergleichen Sie doch einmal damals und heute.

Richard: Bei der ersten Auflage hatten wir ein dreitägiges Programm, zwölf Bands, eine Bühne von vier mal sechs Metern, die zum Kleinen Kiel hin ausgerichtet war und insgesamt rund 1000 Besucher. Jetzt könnten wir gefühlt auch vier Wochen Programm füllen. Die Bühne ist neun mal acht Meter groß. Und allein zum Poetry Slam am Kieler-Woche-Dienstag erwarten wir rund 2000 Besucher. Und mit einer riesigen Plastik-Mineralwasserflasche unseres Hauptsponsors Wittenseer hat sich ein echtes Wahrzeichen der Jungen Bühne etabliert. Sie fungiert mittlerweile als weithin bekannter Treffpunkt.

Was macht das Konzept der Jungen Bühne aus?

Es gibt zwei Schwerpunkte, zwei tragende Säulen: Alkoholprävention und Jugendbeteiligung. Wir machen zwar keinen Aufstand, wenn hier jemand mit einer Flasche Bier in der Hand auftaucht, solange sich das in Grenzen hält. Harte Sachen sind allerdings tabu. Außerdem wird kein Alkohol verkauft. Auch die Cocktails an Jims Bar sind alkoholfrei. Die Beteiligung von Jugendlichen und jungen Leuten fängt schon bei der Programmgestaltung an, denn bei einer Veranstaltung in der "Pumpe" konnten sie selbst darüber abstimmen, wer auftreten darf. Außerdem werden alle Jobs rund um die Junge Bühne von zumeist Jugendlichen ehrenamtlich übernommen.

Was sind die Höhepunkte im JBK-Programm 2013?

Mit Sicherheit zählt da der

4. Poetry Slam am Dienstag dazu, direkt davor der Besuch von JBK-Schirmherr und Ministerpräsident Torsten Albig sowie nach dem Slam - übrigens einer der größten Open-Air-Slams Deutschlands mit Weltklasse-Slammern aus Deutschland, Europa und den USA - der Auftritt von Jaimi Faulkner. Er ist einer unserer so genannten Special Guests. Dazu gehören auch die Singer/Songwriter Christian Durstewitz aus "Unser Star für Oslo" und Natascha Bell aus "The Voice of Germany".

Die standen bei der Abstimmung in der Pumpe aber nicht zur Wahl. Warum gibt es bei der JBK überhaupt Special Guests?

Weil bei uns sonst vor allem Jugendbands auf der Bühne stehen und es da mit Auftritten nach 22 Uhr schon mal schwierig werden kann. Aber hauptsächlich setzen wir auf die Talente aus dem Norden. Die Junge Bühne ist die ideale Plattform für junge Bands, um überregional bekannt zu werden und auch mal vor gut 1000 Zuschauern zu spielen. Die Bühne hat es in sich und muss sich auch in Sachen Technik nicht hinter den anderen Bühnen auf der Kieler Woche verstecken.

Was gibt es in diesem Jahr an Neuerungen?

Auf vielfachen Wunsch hin wurde der Poetry Slam um zwei Stunden auf 20 Uhr vorverlegt. Zudem gibt es dann auch Boxen für den hinteren Bereich, sodass auch dort den Texten der Wortkünstler gelauscht werden kann. Eine Premiere gibt es am Kieler-Woche-Donnerstag mit dem "Krach-Mach-Tach" im Nachmittagsprogramm. Das ist ein vom Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderung in Schleswig-Holstein veranstalteter Aktionstag, an sich dem inklusive Gruppen beteiligen können.

Weitere Informationen sowie das komplette JBK-Programm unter www.

junge-buehne-kiel.de oder unter

facebook.com/JungeBuehneKiel

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