zur Navigation springen

Zuspruch für geplanten Bürokomplex

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nach Kritik an Bauvorhaben: Projektentwickler überzeugt Ortsbeirat mit neuen Mietinteressenten / Auch Mini-Markt am Busbahnhof angedacht

shz.de von
erstellt am 21.Apr.2016 | 06:10 Uhr

Solch einen positiven Empfang hatte Christian Deharde, Projektentwickler aus Wiesbaden, in Kiel gar nicht erwartet. Deharde war mit dem Architekten Jürgen C.B. Willen, ebenfalls aus Wiesbaden, angereist, um eines der größten Neubauprojekte in der Landeshauptstadt zu konkretisieren. An der Hörn will die KPE Projektentwicklungs-Gesellschaft „spätestens nach der Kieler Woche“ innerhalb weniger Monate einen siebenstöckigen Bürokomplex errichten (wir berichteten). Und zwar direkt neben einem neuen, von der Lindner-Gruppe geplanten Drei- bis Vier-Sterne Hotel. Der Bauantrag soll „im Monatswechsel April/Mai“ gestellt werden.

Der Plan hat bereits im Vorfeld für Störfeuer gesorgt: So hatte Altholsteins Propst Thomas Lienau-Becker einen offenen Brief an die Stadt geschickt und das Vorhaben kritisiert, weil durch den „Büroklotz“ „der letzten verbliebenen Blickachse auf die Kieler Altstadt im wahrsten Sinne des Wortes ein Riegel vorgeschoben würde“.

Doch in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats Mitte im Rathaus kam der Projektentwickler gut an. Das liegt zum einen an den guten Nachrichten, die er mitbrachte: Es gibt bereits neben dem noch geheimen zukünftigen Hauptmieter einen weiteren Miet-Interessenten – ein Unternehmen aus der Dienstleistungs- und Beratungsbranche ziehe es nach Kiel, so Deharde. 80 bis 100 Arbeitsplätze, davon 20 bis 30 neu geschaffene, sollen demnach angesiedelt werden. Der Kieler Hauptmieter, der sich erweitern wolle, komme aus der Finanz- und Versicherungsbranche, wolle bereits im kommenden Frühjahr umziehen. Deharde: „Geplant ist, dass der Mietvertrag in den nächsten Tagen unterschrieben wird.“ Platz für 174 Mitarbeiter, davon 30 bis 40 neue Stellen, solle es geben, so der Projektentwickler. Damit hatte er die Mitglieder des Ortsbeirats Mitte und die anwesende Ratsfrau Özlem Ünsal (SPD) auf seiner Seite: „Wir bewerten das als ein wichtiges wirtschaftspolitisches Projekt.“

Wie Deharde ausführte, sei der erste Entwurf im Beirat für Stadtgestaltung durchgefallen, am Ende seien dessen Anregungen in einem neuen Konzept umgesetzt worden: „Die Sichtachsen, wie im B-Plan gefordert, sind da.“ Nach Aufforderung der Verwaltung werde zudem auch der Bau einer Tiefgarage geprüft. Mit dem höher gesetzten Riegel am südlichen Ende wird laut Architekt Willen „eine Art Torsituation mit dem Campusgelände“ kreiert. Die Klinkerfassade werde „klassisch norddeutsch, nicht zu industriell, in Anlehnung an die Ortsarchitektur“. Weiter soll im Erdgeschoss eine windgeschützte, beleuchtete Piazza mit viel Grün sowie Gastronomie oder Ladenlokalen entstehen. Hochwertig und nachhaltig soll gebaut werden: „Das wird kein Sondermüll in Zukunft“, so Willen. Am angrenzenden Busbahnhof werde es durch eine Rund-um-die-Uhr-Beleuchtung keine dunklen Ecken geben, versprach der Architekt. Es gebe sogar schon Überlegungen für einen Mini-Markt mit Angeboten für Fahrgäste.

Auch gegenüber an der Hörn tut sich was. Derzeit arbeitet, wie berichtet, eine Projektgemeinschaft aus zehn Unternehmen an einem Konzept für ein neues Quartier mit bis zu 500 Wohnungen auf einer Fläche von 11  000 Quadratmetern. „Wir sind guten Mutes, der Stadt innerhalb der Frist belastbare Vorschläge zu unterbreiten“, hielt sich Helmut Knüpp, Vorstandschef der beteiligten Wankendorfer Baugenossenschaft, jedoch bedeckt. Die Gemeinschaft hat im Rahmen einer sogenannten Anhandgabe Zeit bis Ende des Jahres. Bis dahin werden die betroffenen drei Baufelder nicht anderweitig verkauft.

Die Projektgemeinschaft Hörnbebauung begrüßt die Entwicklungen an der Kaistraße indes ausdrücklich, sagte Knüpp: „Wir sehen es positiv für unser geplantes Investment, wenn die Straße entsprechend attraktiv bebaut wird.“

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen