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Lübeck : Zur EM 2016: So schön sind die Ballkleider in den Nationalfarben

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Eine Designerin aus Nordwestmecklenburg hat die Roben entworfen. In Lübeck wurden sie vorgestellt.

shz.de von
erstellt am 05.Jun.2016 | 17:30 Uhr

Lübeck/Herrnburg | Der Rasen als Laufsteg: Bei strahlendem Sonnenschein laufen Models in ausladenden Ball-Kleidern zum Turnier auf. Vor dem Anpfiff der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich am 10. Juni richtete in Lübeck der TSV Schlutup eine Mini-EM der E-Jugend aus. Sportbegeisterte Damen führten dazu die jüngsten Kreationen der Modedesignerin Manuela Offenborn aufs Grün - festliche Brautroben in den Nationalfarben der 24 Teilnehmerländer.

Auch passende Kopfbedeckungen gab es zu manchen Kleidern.

Auch passende Kopfbedeckungen gab es zu manchen Kleidern.

Foto: dpa
 

Seit zehn Jahren schon näht die pfiffige Schneiderin aus Herrnburg (Nordwestmecklenburg) rauschende Gala-Gewänder im Fußball-Look. Zur diesjährigen EM schuf sie ihre bislang umfangreichste Kollektion in sportlichen fünf Monaten, wie sie sagt. Nach den Qualifikationen machte sie sich im Januar an die Arbeit und nähte praktisch Tag und Nacht an ihrer aktuellen Kleider-Riege. Auch die EM-Neulinge Albanien und Wales bekamen ein modisches Dress. Offenborn und ihre Mitstreiter fertigten sieben neue Hochzeitskleider zu 17 bestehenden hinzu.

Mit den Kleidern bringt Designerin Manuela Offenborn Mode in die Fußballwelt.

Mit den Kleidern bringt Designerin Manuela Offenborn Mode in die Fußballwelt.

Foto: dpa
 

Bei Island sei ihr ein Fauxpas passiert, wie die Modeschöpferin gesteht. In der Hitze des Gefechts brachte sie die Flaggenfarben durcheinander. Das Kleid musste aufgetrennt und neu zusammengenäht werden. „Das kostete einen Tag Arbeit“, sagt Offenborn. Besondere Befindlichkeiten verarbeitete sie im Türkei-Trikot. Die Nationalsymbole waren respektvoll oberhalb der Gürtellinie unterzubringen: Den Halbmond stellt ein glitzernder Stehkragen dar, der Stern prangt mittig darunter.

Pünktlich zum Anpfiff der Europameisterschaft am 10. Juni in Frankreich hat die Mecklenburgerin Abendroben in den Farben der 24 Länder zur Aufstellung gebracht.
Pünktlich zum Anpfiff der Europameisterschaft am 10. Juni in Frankreich hat die Mecklenburgerin Abendroben in den Farben der 24 Länder zur Aufstellung gebracht. Foto: dpa
 

„Die Fußballkleider bringen Mode in ihrer schönsten Spielart in eine knallharte Männerdomäne“, sagt Fanfrau Offenborn. Wenngleich sie bei der EM für Deutschland fiebern werde, sei ihr heimlicher Favorit der Titelverteidiger. „Die Spanier sind gut, sie könnten es wieder schaffen“, sagt die Modemacherin.

Die 23-jährige Trägerin des schwarz-rot-goldenen Weltmeister-Kleides, Filiz Koc, spielte selbst über Jahre in der Lübecker Damen- Mannschaft. „Fußball verbindet, egal in welcher Form“, sagt sie. Es sei schade, dass immer weniger Mädchen Fußball spielten. Kristina Behnke, Model im Russland-Dress, ist Show-Tänzerin und kein Fußball-Fan. „Trotzdem, jeder Mannschaftssport fördert das Miteinander, ein Verein ist wie eine Familie, da sind immer Freunde, auf die Verlass ist“, sagt die 22-Jährige.

Mit den vom Fußball inspirierten Abendkleidern wollte sie einen Sturm aus Stoffen, Farben und Emotionen schaffen, passende Outfits für Shows, Messen und Sportevents, wie Offenborn erklärt. Die Roben könnten unterschiedlicher kaum sein. Während die Trikolore von Gastgeber Frankreich barock und fraulich daherkommt, ist die tiefblaue Schweden-Robe eher kühl in Fischform geschnitten und das knallrote Albanien-Kleid hauteng aus Satin-Stretch. Klare Linien zeichnen Italien aus, üppiger Kunstpelz das Russland-Gewand.

Accessoires wie luftige Gestecke, Hüte, Schleifen, freche Fußballsticker machten ihr kreatives Spiel erst richtig rund, erklärt Offenborn. So fällt Kroatien mit einem mittig platzierten Wappen aus der Rolle. England trägt klassisches Weiß mit roter Schärpe und Österreich ganz kühn die Knie frei. Nordirland erscheint als geraffter Traum in schimmerndem Weiß und Belgien in züchtigem Schwarz-Gold. Ihr persönliches „Golden Goal“ erzielte sie aber mit der Portugal-Robe, meint die Designerin. Die Kombination aus sattem Grün und Rot sei einfach ein Blickfang.

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