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Wachsender Strand : Zu Fuß zum Leuchtturm

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Falckensteiner Strand wächst jedes Jahr ein Stück – seit 1945 kamen etwa vier Hektar Sand hinzu. Die Stadt stellt den extremen Lebensraum jetzt näher vor.

shz.de von
erstellt am 10.Aug.2015 | 06:05 Uhr

Dort, wo eine Familie ihre Strandmuschel aufbaut und eine junge Frau im Bikini ihr Handtuch für das Sonnenbad ausbreitet, war im Jahr 1945 noch alles unter Wasser. Heute befindet sich unweit der Festung Friedrichsort der feinsandige, breiteste Abschnitt des „Hausstrandes“ vieler Kieler: der Falckensteiner Strand.

Innerhalb von sieben Jahrzehnten hat dieser Süd-Zipfel beträchtlich an Masse gewonnen. Der Bereich vor dem Leuchtturm Friedrichsort hat inzwischen eine Fläche von rund 5,2 Hektar. „Allein vier Hektar davon dürften hinzugekommen sein“, sagt die Landschaftsplanerin Sabine Leibnitz vom Umweltschutzamt der Stadt Kiel. Woher das Material stammt? Abbrüche vom etwas weiter nördlich gelegenen eiszeitlich geprägten Steilufer in Schilksee werden dort angespült. Die parallel zur Küste verlaufende Strömung macht’s möglich.

Mit einer Höhe von maximal 20 Metern zählt der Abschnitt zum einzigen aktiven, also abbrechenden Ufer im Kieler Küstenbereich. Wind und Wetter „knabbern“ an der Kante. Besonders Stürme und hohe Wasserstände setzen dem Ufer zu. Auch Frost und Tauwetter tragen zum Abbruch bei. Nach Angaben der Stadt können es im Jahr 76 Zentimeter und mehr sein. Im Laufe der Jahre formte sich so das heutige südliche Falckensteiner Strand-Dreick.

Luftbilder (siehe Fotos rechts oben) zeigen: Im Jahr 1945 gab es noch eine Landzunge und einen schmalen Strand, im Jahr 2012 kann man bereits sehen, wie nah der Strand an den Leuchtturm Friedrichsort herangewachsen ist. Bei niedrigem Wasserstand können Besucher über eine längliche Sandbank trockenen Fußes auf die kleine Insel zum Leuchtfeuer laufen.

Das Umweltschutzamt der Stadt Kiel hat jetzt zusammen mit einer Gruppe von Bundesfreiwilligen den Falckensteiner Strand ins Visier genommen und informiert Gäste mit einer neuen Schautafel über die geologische Besonderheit, aber auch Pflanzen- und Tierarten in diesem „extremen Lebensraum“. So leben allein 76 Wildbienen-Arten zwischen Falckenstein und Schilksee. Besonders achtet die Behörde auch auf den Schutz der einheimischen Flora. Die als Heckenpflanze beliebte Kartoffel-Rose (Rosa rugosa) hat laut Sabine Leibnitz am Strand nichts zu suchen, sie stammt aus Ostasien. 2007 wurden große Bestände an der Kieler Küste ausgebuddelt, ihr Vorkommen wird weiterhin kontrolliert – damit sie dem Strandhafer keine Konkurrenz macht.

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