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Höchste Zahl seit zehn Jahren : Zahl der Verkehrsunfälle ist auf 8276 gestiegen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Vielleicht lag es am langen Sommer 2014: Auf den Straßen waren mehr Menschen unterwegs als üblich – und es gab auch mehr Unfälle. Mit 8276 Zusammenstößen registrierte die Polizei jedenfalls die höchste Zahl seit zehn Jahren. Es gab auch sieben Tote, im Jahr zuvor waren es vier gewesen.

So wie im ganzen Lande hat die Polizei auch in der Landeshauptstadt im vergangenen Jahr eine deutlich gestiegene Zahl an Verkehrsunfällen verzeichnet: Insgesamt 8276 Unfälle entsprechen einem Plus von 10,3 Prozent, teilte die Polizei gestern mit – das liegt über dem Landesdurchschnitt und ist die höchste Zahl seit zehn Jahren. 1  505 Verletzte, sieben Tote – die traurigen Zahlen der Bilanz. Die Stadt will an einer der unfallträchtigsten Stellen eine neue Blitzsäule aufstellen.

Eine schnelle und einfache Erklärung für die Zunahme der Zusammenstöße hat die Polizei nicht – wohl aber eine Theorie, wie Verkehrsexperte und Hauptkommissar Stefan Kalinowski ausführte: „2014 war das Wetter oft sehr gut. Da sind viele Menschen unterwegs – ob zu Fuß, mit dem Rad, dem Motorrad oder im Auto.“ Damit verbunden seien dann leider auch mehr Verkehrsunfälle.

Zu Problemfeldern zählen laut Statistik mehr Vorfälle mit Zweiradfahrern und Senioren. „Unsere große Sorge sind aber natürlich die Todesfälle“, sagte Kriminaldirektor Thomas Bauchrowitz. Während 2013 vier Menschen im Straßenverkehr zu Tode kamen, hat sich die Zahl 2014 mit sieben Toten beinahe verdoppelt.

Auffällig oft waren unter den Unfallopfern Menschen im höheren Lebensalter. Nach einem Zusammenstoß mit einem Auto erlag ein 76-jähriger Radfahrer im Januar 2014 seinen schweren Verletzungen. Er hatte die Vorfahrt des Autofahrers missachtet. Eine 87-jährige Fußgängerin verstarb im April, nachdem sie von einem Auto beim unachtsamen Überqueren einer Fahrbahn erfasst worden war. Im November betrat ein 77 Jahre alter Mann unvermittelt die Straße, wurde angefahren und starb. Im selben Monat ignorierte ein Radfahrer (66) die Vorfahrt eines Autofahrers und verstarb später aufgrund seiner Verletzungen. Im Dezember geriet ein 54-Jähriger mit seinem Auto in den Gegenverkehr, prallte mit einem Lkw zusammen – und überlebte dies nicht. Auch jüngere Autofahrer (29 und 41) starben auf Kieler Straßen – beide hatten wegen Alkohol am Steuer die Kontrolle über ihre Fahrzeuge verloren.

Auffällig oft waren auch alkoholisierte Radfahrer in Unfälle verwickelt. Mehr als doppelt so viele verzeichnete die Polizei im Jahresvergleich (34/16). Daher nahm auch insgesamt die Zahl der Unfälle unter Alkoholeinfluss deutlich zu: Gegenüber 2013 stieg sie um 34,5 Prozent oder von 87 auf 117 – erstmals seit 2007. Die Radfahrer-Fälle zählen dazu. „Die meisten Unfälle von Radfahrern werden aber von Autofahrern verursacht“, betonte Kalinowski.

Bei Fußgängern und Kindern unter 15 Jahren verringerten sich die Zahlen. Dennoch mussten mehr als 100 verletzte Kinder medizinisch behandelt werden.

Weil die Kreuzung am Exerzierplatz immer noch zur Ecke mit den meisten Verkehrsunfällen in Kiel zählt, reagiert die Stadt: Bis Mitte April, so die Polizei, soll dort eine neue Blitzsäule aufgestellt werden. Denn zu oft wird die rote Ampel am Übergang Schützenwall  / Knooper Weg missachtet.

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erstellt am 31.Mär.2015 | 18:55 Uhr

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