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Kiel

19. August 2017 | 06:16 Uhr

Zahl der Straftäter sinkt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Stadt meldet Erfolge bei der Bekämpfung der Jugendkriminalität / Schwerpunkte in Gaarden und Mettenhof

Ermutigende Botschaften enthält der aktuelle Bericht des Jugendamtes zur Jugendkriminalität im Kieler Stadtgebiet. So ist die Zahl der Straftäter zwischen 2010 und 2013 um 22 Prozent von 1007 auf 774 gesunken. Bei den Heranwachsenden (18 bis unter 21 Jahre) gab es zwar einen Anstieg (von 517 auf 548). Doch der starke Rückgang bei den Jugendlichen (14 bis 17 Jahre) um über die Hälfte von 490 auf 226 macht diese Entwicklung mehr als wett.

Es lohnt sich allerdings der genaue Blick in den Bericht, den Stadträtin Renate Treutel vorgelegt hat. Denn die Anzahl der einzelnen Straftaten ist nicht gesunken, sondern im Gegenteil gestiegen: von 2721 im Jahre 2010 auf 2856 im Jahre 2013. Aber auch hier zeigt sich das gleiche Bild: Abnahme bei den Jugendlichen, Zunahme bei den älteren Heranwachsenden. Wenn man jedoch zwei Serientäter mit jeweils über 300 Drogendelikten aus der Statistik herausnehmen würde, käme man sofort zu einem günstigeren Bild.

Auffällig ist laut Bericht die Tatsache, dass es seit 2012 im Vergleich zu den Vorjahren zu vielen Raubüberfällen auf Mitarbeiter in Tankstellen und Spielhallen, Taxifahrer und Pizzaboten gekommen ist. Andererseits gibt es spürbare Rückgänge etwa beim klassischen Ladendiebstahl (2010: 397; 2013: 302), beim Autodiebstahl (von 76 auf 34), bei Körperverletzung (von 240 auf 141), bei schwerer Körperverletzung (von 185 auf 68), beim Raub (von 99 auf 36) oder bei der Sachbeschädigung (von 243 auf 158). Auch die Zahl der registrierten Sexualdelikte hat sich von 37 auf 6 erheblich verringert.

Unverändert ist die Verteilung der Jugendkriminalität im Stadtgebiet. Problemgebiete sind weiterhin Gaarden und Mettenhof. Dort geraten 11,2 beziehungsweise 5,7 Prozent der jungen Menschen irgendwann mit dem Gesetz in Konflikt. Zum Vergleich: Im Sozialraum Nord (Suchsdorf, Wik, Holtenau, Friedrichsort) sind es nur 3,4 Prozent, in der Region Mitte 3,0 Prozent, im Kieler Süden zwischen Russee und Elmschenhagen 4,2 Prozent, im Osten (Ellerbek, Wellingdorf, Neumühlen-Dietrichsdorf) 5,2 Prozent. Wobei überall der Anteil der Mädchen und jungen Frauen an den Straftätern bei einem Fünftel bis Viertel liegt.

Der Bericht hält deshalb fest, dass es „auch künftig weiterer gesellschaftlicher Anstrengungen zur Prävention von Jugenddelinquenz bedarf“. Die bisherige Arbeit scheint zu fruchten: Nennenswerte Vorfälle in den städtischen Jugend- und Mädchentreffs wurden 2013 nicht aktenkundig. Gleichzeitig gebe es immer wieder Hinweise auf Vorfälle in den Schulen oder im privaten Bereich. „Besonders das Thema Mobbing scheint hier nach wie vor aktuell“, heißt es im Bericht.

Auf den Einsatz von Sozialpädagogen an den Schulen könne kaum verzichtet werden. Auch die Zusammenarbeit zwischen Polizei und Sozialdienst wird gelobt. Aufgrund der Kooperationen und Präventionsarbeit hegen die Experten die Hoffnung, „dass sich die Entwicklung zu der gegenwärtig geringen Jugendkriminalität verstetigen wird“.

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erstellt am 03.Nov.2014 | 21:42 Uhr

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