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Unterbringung in Wohncontainern : Zahl der Asylbewerber in Kiel hat sich verdoppelt

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Asylbewerber in Kiel sollen vorübergehend in Wohncontainern untergebracht werden. Die Zahl der Flüchtlinge hat sich im vergangenen Jahr in der Landeshauptstadt nahezu verdoppelt. In Schleswig-Holstein stieg die Zahl von 2277 auf etwa 3700.

Kiel | Die Zahl der Asylbewerber hat sich in Kiel im vergangenen Jahr nahezu verdoppelt. In der Landeshauptstadt leben rund 400 Menschen, die Asyl beantragt haben, teilte die Stadtverwaltung am Freitag mit. 2012 waren es nach früheren Angaben 246. Übergangsweise lebe die Hälfte der Asylsuchenden in Hotels und Unterkünften. Wohncontainer müssten jetzt als vorübergehende Unterbringungsmöglichkeit aufgestellt werden. Die Stadt bat private Vermieter zu prüfen, ob sie ihren Wohnraum auch Asylsuchenden zur Verfügung stellen möchten. Die Stadt zahlt die Miete und betreut die Asylsuchenden. Schleswig-Holstein nahm 2013 rund 3700 Flüchtlinge auf, 2012 waren es 2277 Asylbewerber.

Für 2014 erwartet das Innenministerium, dass der Zuzug auf relativ hohem Niveau anhält. Die Landesregierung stellt in diesem Jahr zwei Millionen Euro für die Neueinrichtung und Sanierung von anerkannten Gemeinschaftsunterkünften bereit. 2013 standen dafür 45.000 Euro zur Verfügung. Aktuell gibt es sieben anerkannte Gemeinschaftsunterkünfte im Land. 2013 hat das Land den Kommunen für die Unterbringung 31,5 Millionen Euro gezahlt. Für 2014 sind 42,8 Millionen Euro vorgesehen.

Die reservierten Plätze für die Unterbringung werden knapp. „Das stellt vor allem die Kommunen vor große Herausforderungen, da sie für die Unterbringung von Asylbewerbern zuständig sind“, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Die derzeit nur angemietete Erstaufnahmeeinrichtung des Landes in Neumünster soll vom Bund gekauft und um ein angrenzendes Gebäude erweitert werden. Um die steigende Zahl von Flüchtlingen unterzubringen, plant auch Lübeck die Aufstellung von Wohncontainern. Dort will man aber vermeiden, dass Flüchtlinge lange in Containern leben müssen.

Innenminister Andreas Breitner (SPD) betonte, die Flüchtlinge bräuchten zunächst ein Dach über dem Kopf, Verpflegung, einen Ort zum Schlafen und vorübergehenden Wohnen. Ein moderner Wohncontainer könne daher eine durchaus „situationsgerechte Lösung“ sein.

Die Stadt Hamburg hat bereits Wohncontainer für mehrere hundert Flüchtlinge aufgestellt. Die Haupteinrichtung befindet sich in der Nähe des Flughafens. Hier musste bereits auf einer Freifläche das Angebot erweitert werden. Weitere Containerplätze gibt es am Altonaer Volkspark. Im Sommer vergangenen Jahres waren Neuankömmlinge in der Hansestadt sogar in Zelten untergebracht worden.

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erstellt am 03.Jan.2014 | 17:27 Uhr

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