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Blick in die Zukunft : Wünsche fürs Alter: langes Wohnen, gute Pflege, naher Einkauf

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Schwentinental will den Bedarf der Menschen möglichst genau ermitteln. Für Raisdorf ist die Sozialraumanalyse bereits fertig, für den Ortsteil Klausdorf soll sie jetzt folgen. Wenn’s klappt, erhalten beide Stadtteile 2018 ein eigenes Quartiersmanagement.

Der Bürgermeister der Stadt Schwentinental ist kein Einzelfall, auch den Kollegen im Großraum Kiel geht es wohl ähnlich wie Michael Stremlau. Er hört, wenn es um Einkaufsmöglichkeiten, medizinische Versorgung oder Pflege im Alter geht, Sätze wie „Wir brauchen doch . . .“ oder „Eigentlich sollten wir .  .  .“. Doch auf diese Einwürfe allein möchte sich Stremlau nicht mehr verlassen. Gemeinsam mit der Diakonie Altholstein will er eine solide „Sozialraum-Analyse“ vorlegen, um den wahren Bedarf in seiner Gemeinde zu ermitteln.

Schwentinental als fusionierte Stadt besteht aus den beiden großen Ortsteilen Raisdorf und Klausdorf. In Raisdorf ist die Studie bereits fertig, Klausdorf soll jetzt nachziehen. Und wenn alles gutgeht, erhalten die beiden, früher selbstständigen Orte im kommenden Jahr eigene Quartiersmanagements. Immerhin übernimmt das KDA (Kuratorium Deutsche Altershilfe) 80 Prozent sämtlicher Kosten für drei bis fünf Jahre. Das ist verlockend.

Die Nahversorgung mit Lebensmitteln, die Bus-Anbindung, die Freizeitmöglichkeiten, natürlich auch die Pflege und das Betreute Wohnen im Alter: Die Themen in Raisdorf und Klausdorf ähneln Wünschen, wie sie auch in Kieler Stadtteilen wie Elmschenhagen, Wik oder Russee geäußert werden. Semra Basoglu und Marion Janser von der Diakonie wollen es aber genau wissen. Sie kündigen für Klausdorf eine umfangreiche Befragung an, der Mitte Juli eine Bürgerversammlung folgen soll. Es wird – jeder darf daran teilnehmen – im Sommer auch eine Quartiersbegehung geben, Interviews mit Klausdorfer Urgesteinen sollen die erste Phase abschließen. Aus allen diesen Daten erwächst dann die Sozialraum-Analyse – Basis für künftige Investitionen etwa im Baubereich.

Die Befragung in Raisdorf hatte ergeben, dass sich viele Menschen um die professionelle Pflege im Alter sorgen und für alternative Wohnformen (Stichwort: Demenz-WG) plädieren. Einkaufsmöglichkeiten waren im Quartier mit dem landesweit ersten Shopping-Gewerbegebiet eher kein Thema. Das wird in Klausdorf anders sein, die Frage der Nahversorgung wird seit Jahren heftig diskutiert.

Der Schwentinentaler Bürgermeister hat ebenso wie die beiden Diskonie-Expertinnen die Erfahrung gemacht, dass die Menschen so lange wie möglich in ihrem gewohnten Umfeld bleiben wollen. Wichtiges Kriterium dafür, dass dieser Wunsch in Erfüllung geht, ist eine gesunde Nachbarschaft. Michael Stremlau wörtlich: „Wo man lange wohnt, da hilft man sich.“

 

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erstellt am 13.Jun.2017 | 19:34 Uhr

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