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Bundesweite Festwoche : „Woche der Brüderlichkeit“ startet in Kiel

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

„Freiheit-Vielfalt-Europa“ – so lautet das Motto der bundesweiten „Woche der Brüderlichkeit“, die erstmals in Kiel am 9. März eröffnet und an mehr als 83 Orten in Deutschland gefeiert wird.

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erstellt am 28.Feb.2014 | 04:04 Uhr

„Freiheit-Vielfalt-Europa“ – so lautet das Motto der bundesweiten „Woche der Brüderlichkeit“, die erstmals in Kiel eröffnet und an mehr als 83 Orten in Deutschland gefeiert wird. Die „Woche der Brüderlichkeit“ hat Tradition: Zur Förderung des Dialogs zwischen Christen und Juden und zur Aufarbeitung des Holocausts hat der Deutsche Koordinierungsrat der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit 1952 die Festwoche ins Leben gerufen. Die Woche wird seitdem regelmäßig im März gefeiert und ist ein Symbol für das Miteinander und die starke Verbindung der Religionen, wie Rudolf W. Sirsch, Generalsekretär des Deutschen Koordinierungsrates, gestern betonte. „Europa ist mehr als der Euro und eine Wirtschaftsgemeinschaft“, sagte Eva Schulz-Jander von den Veranstaltern zur Begründung des aktuellen Mottos. „Europa ist ein Ideal: ein Freiheitsprojekt und eine Wertegemeinschaft.“ Es seien die Werte der Aufklärung wie Freiheit und Toleranz. In europäischen Kernländern wie Frankreich und den Niederlanden habe es zuletzt antisemitische Tendenzen gegeben. Hier gelte es dagegenzuhalten.

Offiziell eröffnet wird die Festwoche am Sonntag, 9. März, im Opernhaus. Vor mehr als 800 Gästen wird hier auch die Buber-Rosenzweig-Medaille an den Schriftsteller György Konrád verliehen, der sich mit viel Engagement für eine freie Gesellschaft und gegen Antisemitismus und Rassismus in seinem Heimatland Ungarn einsetzt. Das ZDF strahlt eine Zusammenfassung ab 23.30 Uhr aus.

„Freiheit-Vielfalt-Europa“ – diesem Motto haben sich auch die Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit verschrieben. Neben einer Vielzahl von Lesungen, Führungen und Gottesdiensten gibt es auch eine Ausstellung im Kieler Rathaus, die das Thema aufgreift. Vom 10. März bis zum 28. März sind in Raum 184 im Rathaus Arbeiten des Kunstkursus der 13. Jahrgangsstufen des Beruflichen Gymnasiums des RBZ Wirtschaft zu sehen. Die Ausstellung zeigt meist dreidimensionale Werke, Fotos des Entstehungsprozesses der Arbeiten sowie Texte mit den jeweiligen Gedanken der jungen Künstler zu ihrem Werk.

Geladene Gäste können am Sonnabend, 8. März, bei der Christlichen-Jüdischen Gemeinschaftsfeier einen gemeinsamen Gottesdienst erleben. Der Gottesdienst im Ratssaal des Rathauses wird gestaltet von Rabbiner Dr. h.c. Henry Brandt, Weihbischof Dr. Hans-Jochen Jaschke und Bischofsvertreter Gothart Magaard. Interessierte können sich bis zum 4. März unter info@deutscher-koordinierungsrat.de noch dafür anmelden.

Mit der historischen Entwicklung jüdischen Lebens in Kiel beschäftigt sich ein Kurs an der Förde-vhs. Jeweils donnerstags am 13., 20, und 27. März von 18 bis 20 Uhr, gibt Wolfgang Heise einen Einblick in „Jüdisches Leben in Kiel gestern und heute“. (Anmeldungen bei der Förde-vhs unter (0431) 901-5200).

Einen Einblick, wie unterschiedlich die Situation der Juden in den einzelnen europäischen Ländern ist, gibt eine sechsteilige Vortragsreihe zur Geschichte der Juden in Schleswig-Holstein, Polen, Litauen, Russland und der Ukraine.

Ein Konzert der besonderen Art erwartet Musikfans am Sonntag, 1. Juni, um 20 Uhr im KulturForum im Neuen Rathaus, Andreas-Gayk-Straße 31. Rabbi Walter Rothschild präsentiert eine Auswahl seiner witzigsten Lieder und schlagfertigsten Texte. Unterstützt wird der Rabbiner, Autor und Kabarettist von der vierköpfigen Band „The Minyan Boys“. Musikalisch wird es auch beim Festkonzert am 9.März in der Nikolaikirche: Hier spielt erstmals der Europäische Synagogalchor um 16.30 Uhr. Wer richtig gut von einer Klezmerband unterhalten werden will, muss am 8. März um 17.30 Uhr in die Legienstraße 22 kommen, dort spielt „Voices of Ashkenaz“.

Unabhängig von der „Woche der Brüderlichkeit“ betonten gestern beide Jüdischen Gemeinden in Kiel, dass ihre Türen für Interessierte jederzeit offen stehen, gern nach vorheriger Absprache wegen teils begrenztem Platz. „Als Minderheit leben wir täglich den jüdisch-christlichen Austausch“, sagt Joshua Pannbacker von Jüdischen Gemeinde in der Jahnstraße. Schon heute kämen auch viele Christen in das Gemeindehaus.


Das ganze Programm auf www.gcjz-sh.de unter „Veranstaltungen


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