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„Interkulturelle Woche“ : Willkommenskultur mit Leben füllen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Kiel läuft sich warm für die „Interkulturelle Woche“ vom 20. bis 28. September: Vielfältige Veranstaltungen zeigen wie ein Schaufenster, wie Kieler mit Migrationshintergrund miteinander (besser) leben. Ein Großer Umzug durch die Stadt eröffnet die Woche.

shz.de von
erstellt am 11.Sep.2014 | 06:07 Uhr

Den Blick schärfen auf das vielfältige Miteinander unterschiedlichster Kulturen und Nationen in der Stadt – das möchte Kiels Sozialdezernent Gerwin Stöcken mit der kommenden „Interkulturellen Woche“ erreichen. Der Fokus liegt dabei auf einem Begriff, der zwar oft durch die Medien geistert, der jedoch keine klare Definition hat – Willkommenskultur. „Willkommen in Kiel“, das ist das Motto des „Schaufensters“ in die unterschiedlichsten Aktivitäten von Organisationen, Vereinen oder Einrichtungen, die schwerpunktmäßig für oder mit Migranten arbeiten. Am 20. September startet die „Interkulturelle Woche“ mit einem großen Umzug (14 Uhr) durch die Innenstadt. Am 28. September geht sie mit dem traditionellen Interreligiösen Gebet und einem Einblick in den neuen Interkulturellen Garten im Stadtteil Gaarden zu Ende.

In Kiel lebten Ende 2013 genau 45 487 Menschen mit Migrationshintergrund – knapp 20 Prozent der Einwohner. Für die Landeshauptstadt geht es bei dem Begriff Willkommenskultur darum, „alle zugewanderten Menschen gleichermaßen willkommen zu heißen – ob sie vor Bürgerkrieg oder Unterdrückung auf der Suche nach Sicherheit geflohen sind oder ob sie hier studieren oder einen Arbeitsplatz gefunden haben“, so ein Pressesprecher. Birgit Lawrenz, Stadtreferentin für Migration, ergänzt: „Willkommen sind nicht nur die Neuen, sondern auch alle, die schon lange hier leben.“ Auch diese erlebten immer noch Ressentiments und Diskriminierungen. Gerwin Stöcken indes holt weit aus, um die Bedeutung von Zuwanderung für Kiel zu unterstreichen: „Die Stadt lebt davon, seit sie gewachsen ist“, so der Stadtrat mit Blick auf die Blüte der Kaiserlichen Werft, als Kiel vom 40 000-Einwohner-Städtchen auf eine Großstadt mit 320 000 Einwohnern anschwoll. Stöcken betont: „Wir müssen uns darauf einstellen, dass mehr Menschen Schutz bei uns suchen. Wir müssen ihnen die Chance geben, sich hier zu etablieren und wohl zu fühlen.“ Dazu gehöre auch der kultursensible Umgang mit dem Älterwerden – ein Teilaspekt der „Interkulturellen Woche“. Denn im Wohnprojekt Gustav-Schatz-Hof in Gaarden gibt es einen Workshop zu diesem Thema.

Auch das Land beteiligt sich am „Willkommens“-Programm: Ministerpräsident Torsten Albig empfängt erstmalig geladene Gäste mit Migrationshintergrund. Die Kieler Stadtverwaltung möchte sich zudem öffnen, lädt am 25. September bei Kaffee und Keksen zum „Tag in der Ausländerbehörde“. Die soll übrigens demnächst freundlicher klingen und dann „Zuwanderungsabteilung (Immigration Office)“ heißen. Auch das will mit dem Geist einer Willkommenskultur gefüllt werden – sonst bleibt es bei einem netten Etikett.

Wie er selbst die innere Willkommens-Haltung lebt, das erzählt der Sozialdezernent auf Nachfrage gern:˚Letztes Jahr habe seine Familie einen Gastschüler aus Argentinien gehabt – und zusammen mit einer benachbarten Familie mit türkischen Wurzeln seien sie an die Nordsee gefahren. „Die Familie lebt hier seit 30 Jahren, hatte die Nordsee aber noch nie besucht. Die fanden es ganz toll, das lustige Gefühl an den Füßen bei einer Wattwanderung zu erleben“, berichtet Gerwin Stöcken: „Mir geht es darum, Erfahrungen zwischen Alteingesessenen und Neubürgern zu vermitteln.“


Mehr Infos zum Interkulturellen Umzug sowie dem Programm im Internet unter www.kiel.de/interkulturell

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