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Umfrage in Kiel : Wie zufrieden sind die Bus-Gäste?

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Stadt Kiel schickt derzeit Interviewer los – auch, weil bis zu 100 Beschwerden im Monat eingehen. Pünktlichkeit ist den Kunden am wichtigsten.

120  000 Fahrgäste am Tag, 32 Millionen im Jahr – klar, dass in den Bussen der städtischen Kieler Verkehrsgesellschaft (KVG) nicht alle Kunden immer glücklich sind. Zwischen 80 und 100 Beschwerden erhält die KVG im Monat. Die Klagen und Forderungen beziehen sich nach Angaben der KVG typischerweise auf Bereiche wie Pünktlichkeit, mehr Busse, bessere Anschlüsse oder das Fahrpersonal. Auch aus diesem Grund lässt die Stadt Kiel derartige Kriterien zurzeit in einer Umfrage zur Kundenzufriedenheit von einem unabhängigen Institut, der Target Group, überprüfen. Es ist die sechste Umfrageaktion seit 2010. Unsere Zeitung schaute gestern einer Interviewerin über die Schulter.

Die Kielerin Margrit Buyny ist 65 Jahre alt, Ex-Gymnasiallehrerin – und „zu fit für die Rente“, wie sie sagt. Seit zwei Wochen fährt sie dienstags bis donnerstags in den Linienbussen durch die Landeshauptstadt, mit einem Blackberry-Handy in der Hand und vielen Fragen im Kopf.

Kaum ist die Frau im blauen Mantel gegen halb zehn am Vormittag am Hauptbahnhof in den vollen roten Bus der Linie 91 eingestiegen, steuert sie auch schon zielstrebig den ersten Fahrgast an. Es ist voll, sie muss sich den Weg durch den schmalen Gang bahnen. In der Mitte des Busses lehnt Alex Mommert, Psychologie-Promotionsstudent an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU).

Der 30-Jährige kommt aus Lübeck, fährt täglich mit der Bahn nach Kiel und nutzt „drei bis vier Mal pro Woche den Bus zur Uni“. Die Umfrage kennt er schon, sagt er gleich zu Beginn: Die Teilnahme ist nicht seine erste. Geduldig und ruhig beantwortet er die Fragen der Interviewerin, die alles per Hand blitzschnell ins Gerät eingibt. Nicht einfach, solange der Bus fährt, anhält, wieder anfährt und auch rumpelt.

Mommert soll Angebote und Leistungen der Linie, des Busfahrers sowie der KVG benoten – auf einer Skala von eins bis fünf. So gibt Mommert der Taktung der Busse etwa nur eine „3“ – er hält die Häufigkeit der Fahrten für ausbaufähig. Auch die Aufmerksamkeit und Hilfsbereitschaft des Busfahrers – die KVG beschäftigt derzeit 429 – benotet er mit der Note 3. Die Hilfsbereitschaft des Kundencenters dafür hebt er als besonders gut hervor – eine glatte „1“. Das gilt auch für die Verständlichkeit der Fahrpläne an der Haltestelle.

Im Schnitt kommt bei dieser verkürzten Betrachtung ein Wert von „gut“ heraus. Damit entspricht die Zufriedenheit des 30-Jährigen voraussichtlich dem Durchschnitt der insgesamt 2400 Fahrgäste, die bis Anfang Dezember befragt werden sollen. 2014 erhielt die KVG eine Gesamtnote von 2,07, gegenüber dem Vorjahr ein leichte Verbesserung (2,10). Vermutlich im März 2016 wird das Ergebnis vorgestellt.

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erstellt am 19.Nov.2015 | 18:20 Uhr

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