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Schnupperstudium Informatik : Wie man ein Piratenschiff programmiert

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ihre zweite Herbstferienwoche verbringen 65 Schüler aus dem ganzen Land mit dem Programmieren - beim Schnupperstudium Informatik an der Kieler Universität.

Ein N gegen ein L austauschen – das klingt nicht schwer. Aber wenn diese Buchstaben Bestandteil einer neuen Programmiersprache sind, die man noch nicht beherrscht, dann wird es für die Schüler, die in dieser Woche das Schnupperstudium Informatik an der Kieler Universität besuchen, schon schwieriger. Diese Buchstaben sind in der Programmiersprache Parameter. Und welcher Parameter wo stehen muss, damit auf dem Bildschirm ein winziges Piratenschiff auf einem virtuellen Ozean hin- und herfährt, das wollen Kyra (16) aus Bad Bramstedt und Claudia (18) aus Ahrensbök herausfinden.

Spielerisch entdecken die 14 Schülerinnen und 51 Schüler, die aus dem ganzen Land an die Kieler Uni gekommen sind, welche Themen sich hinter dem Fach Informatik verbergen. Wie teilt man eine Pizza gerecht auf? Wie funktioniert die Kinect-Kamera für 3-D-Videos? Wie viel Informatik steckt im Handy des Professors? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigen sich die Schnupperstudenten. In kurzen Vorlesungen und praktischen Übungen werden sie noch bis morgen in die Kunst des Programmierens eingeführt. Neben dem Steuern des Piratenschiffs steht dabei auch das Entwickeln eines eigenen Chat-Programms im Internet auf dem Stundenplan.

Schon in der Schule hat die 16-jährige Kyra im Informatik-Unterricht programmieren können. Es macht ihr Spaß, das ist ihr anzumerken. Vielleicht könne sie sich sogar vorstellen, später Informatik zu studieren, sagt sie. Frauen sind in dem Fach immer noch in der Unterzahl. Auch Claudia macht das Schnupperstudium neugierig darauf, wie es im Studium zugeht.

Neben Claudia tüftelt Kyra daran, wie sie ihre neueste Aufgabe umsetzen können: mit dem Schiff Schätze auf dem virtuellen Ozean zählen, aufsammeln und ein Quadrat zeichnen – mit exakt der Seitenlänge, die es Schätze gesammelt hat. Kyra und Claudia haben acht beisammen, also soll das Quadrat acht Zentimeter lange Seiten haben. Nun müssen sie den Text zur Programmierung eingeben: Schon die Eingabe eines falschen Zeichens kann einen Fehler bedeuten. „Es funktioniert noch nicht“, murmeln die beiden. „Es ist kompliziert, man muss ziemlich um die Ecke denken.“

Hilfe gibt es von Student Stefan Röpstorff (24). Wieder geht es um L und N. Plötzlich versteht Kyra, was gemeint ist. Ihr Gesicht hellt sich auf: „Manchmal sitze ich in der Schule fünf Stunden an einem Problem. Dann mache ich eine Pause. Und fünf Minuten später habe ich den Fehler gefunden.“

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erstellt am 22.Okt.2014 | 11:25 Uhr

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