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Attraktive Stadt : Werbung für den kreativen Archipel

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Gemeinsam wollen die Stadt und die Wirtschaftsförderung mit der Unterstützung der „jungen Wilden“ die Attraktivität Kiels steigern. Alternative Milieus gibt es bereits an vielen Standorten – und auch viele kluge Köpfe, die sogar Preise einheimsen.

shz.de von
erstellt am 18.Dez.2015 | 17:48 Uhr

Die Landeshauptstadt soll noch bunter, attraktiver, fantasievoller werden. Diese gemeinsame Absicht verfolgen die Experten im Rathaus und die Kieler Wirtschaftsförderung (Kiwi). Es ist zwar nach Ansicht von Dezernentin Renate Treutel und Kiwi-Geschäftsführer Werner Kässens keineswegs so, dass sich Kiel hinter vergleichbaren Angeboten anderer Städte verstecken müsste. Ganz im Gegenteil. Doch es ist eben auch noch nicht gelungen, das gesamte riesige Potenzial zu nutzen. Das aber soll sich ändern. Erster großer Schritt nach vorne ist eine gemeinsame Broschüre unter dem Titel „Kreativ Kiel – Stadt im Dialog“. Neben einer Bestandsaufnahme enthält das Heft auch konkrete Handlungsempfehlungen.

Von Musik bis zu Literatur, von Architektur über Werbung zur Darstellenden Kunst – Kiel kann vom „Output“ seiner drei Universitäten zehren. Insbesondere von Design und Software-Entwicklung verspricht sich Kässens starke Impulse für die Marke Kiel. Er ist überzeugt, dass diese kreativen Bereiche auf ganz andere Branchen ausstrahlen (Stichwort: Lebensqualität), dass sie sogar Effekte auf die Stadtentwicklung besitzen.

Alternative Milieus der „jungen Wilden“ finden sich bereits heute an etlichen Standorten. Holtenauer Straße, Vinetaplatz, Blücherplatz, alte Mu (Muthesius-Kunsthochschule) oder der Anscharpark in der Wik – hier locken die Kreativen mit einer kleinteiligen Szene, mit Geschäften, originellen Produkten und Veranstaltungen die Besucher an. „Wir wollen die Kreativbranchen weiter stärken“, kündigt Renate Treutel an. Und zwar ohne externe Gutachter – was für die Stadt schon eine Besonderheit darstellt. Wurden doch in der Vergangenheit für viele Projekte – sei es der Schulentwicklungsplan, sei es die Olympia-Bewerbung – stets Büros von außen beauftragt. Für gutes Geld, versteht sich.

Jetzt allerdings sind andere Wege gefragt. So hat die Stadt ein eigenes kleines Referat namens „Kreative Stadt“ gegründet (www.kiel.de/kreativwirtschaft). Die Muthesius-Beratungsstelle kümmert sich um Nachwuchsförderung, die Kiwi verstärkt ihre Beratung mit Blick auf unternehmerische Unterstützung. Volle Kraft voraus für den „kreativen Archipel“. Wie es heißt, heimsen in Kiel viele kluge Köpfe renommierte Preise ein, nur weiß es kaum jemand. Dieses Understatement aber, diese Bescheidenheit, empfinden alle Beteiligten als „geschäftsschädigend“.  

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