Zur Übung : Wenn’s um Menschenleben geht

Einsatz unter Atemschutz: Das Szenario der Übung sah vor, dass insgesamt fünf Personen in der völlig verqualmten Halle zu finden und zu bergen waren.  Fotos: Suhr (3)
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Einsatz unter Atemschutz: Das Szenario der Übung sah vor, dass insgesamt fünf Personen in der völlig verqualmten Halle zu finden und zu bergen waren. Fotos: Suhr (3)

Das Szenario war wohlüberlegt und schwierig: Nach einer schweren Verpuffung in der ABK-Fahrzeughalle mussten fünf Personen unter Atemschutz geortet und gerettet werden. Die erste Bilanz der Feuerwehr-Übung fiel positiv aus, bei der Kommunikation gab’s leichte Probleme.

shz.de von
25. Juli 2018, 18:29 Uhr



Großer Feuerwehreinsatz nach einer Verpuffung in der Fahrzeughalle des Abfallwirtschaftsbetriebs Kiel (ABK): Glücklicherweise handelte es sich „nur“ um eine gemeinsame Übung der Feuerwehren Russee und Suchsdorf, zwei von insgesamt zehn Freiwilligen Feuerwehren im Kieler Stadtgebiet. Die eingesetzten Kräfte wussten nicht, was sie wo erwartet.

Sven-Ole Nothdurft (32), Mitglied der Russeer Wehr und ABK-Mitarbeiter, hatte die Idee, Zugführer Henning Möllers arbeitete das Szenario aus. Das hatte es in sich: Nach der Explosion mit anschließendem sichtbaren Feuerschein werden fünf Personen in der Halle vermisst. „Die Schwierigkeit ist, dass die fünf Dummys in und unter den vielen Fahrzeugen in der Halle versteckt sind. Die Sicht in der Halle liegt aber wegen der Vernebelung quasi bei null“, so Möllers.

Die Wehr aus Russee rückte mit vier Großfahrzeugen und 26 Brandbekämpfern sowie vier Beobachtern an. Die Suchsdorfer Wehr wurde nachalarmiert. Sie schickte nochmals elf Brandbekämpfer. Während die Atemschutztrupps in der Halle nach den Vermissten suchten – was immer absolute Priorität hat –, legten die Kameraden draußen insgesamt 500 Meter B-Schlauch zur Versorgung der Fahrzeuge auf dem Gelände aus. Dazu gehörte auch die eine 400 Meter lange Passage über die Daimlerstraße. Zusätzlich wurden für sechs C-Leitungen für den „Innenangriff“ 360 Meter C-Schlauch verlegt. Russees Wehrführer Arne Beeck und sein Stellvertreter Björn Beeck beobachteten die Übung, auch Kiels Stadtwehrführer Bernhard Hassenstein war vor Ort.

„Schön, dass wir hier für den Ernstfall proben können“, erklärte Hassenstein. Das Fazit der Übung fiel positiv aus. „Schnelle Personenrettung, Wasserversorgung und die Zusammenarbeit mit den Suchsdorfer Kameraden – das hat alles hervorragend geklappt“, stellte Björn Beeck fest. Kleine Mängel bei der Kommunikation, so Wehrführer Arne Beeck, sollten mit dem künftigen Digitalfunk und mit Fortbildungen überwunden werden. Auch Hassenstein lobte die zumeist schweißgebadeten Feuerwehrleute: „Die Übung hat gezeigt, dass die Zusammenarbeit zwischen den Wehren funktioniert. Und sie hat die Leistungsfähigkeit wieder einmal unter Beweis gestellt.“

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