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Kommentar : Wendes Pläne: Schwach durchdacht

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In Schleswig-Holstein fehlt es schon heute eklatant an Spitzenforschung. Beiden Unis fehlt schon heute Geld, um in ihren Bereichen beständig erfolgreich zu sein und das Land lernt einfach nicht aus seinen Fehlern. Ein Kommentar von Helge Matthiesen.

shz.de von
erstellt am 08.Apr.2014 | 07:45 Uhr

Flensburg/Kiel | Jetzt streiten sie wieder: Die Universität Kiel gegen die Uni Flensburg. Es geht um Entwicklungschancen und es geht um Geld. Diese Konstellation ist nicht neu, denn seit der Entscheidung, aus der Pädagogischen Hochschule in Flensburg eine richtige Universität zu machen, geht das so. Seitdem fehlt es an Mitteln, beiden Hochschulen gerecht zu werden. Die beiden Einrichtungen spielen in verschiedenen Ligen, streiten sich aber um den selben Finanztopf. Kiel mit seiner Tradition als Landesuniversität muss versuchen, wissenschaftlich und international konkurrenzfähig zu sein. Das ist auch als Standortfaktor für das ganze Land von enormer Bedeutung. In Schleswig-Holstein fehlt es schon heute eklatant an Spitzenforschung. Flensburg hingegen kämpft seit Jahren darum, wenigstens auf der nationalen Ebene im Wettbewerb um gute Dozenten und Studenten zu bestehen. Beiden Unis fehlt schon heute  Geld, um in ihren Bereichen beständig erfolgreich zu sein.

Wenn Frau Wende sich öffentlich über die große Aufregung wundert, die ihr Vorschlag verursacht, dann muss man sich über Frau Wende wundern. Das Land lernt einfach nicht aus seinen Fehlern.  Ihre Idee ist offenkundig zu schwach finanziert. Die Frage, welches Gewicht  die einzelnen Hochschulen und ihre Spezialgebiete  haben sollen, wird per Federstrich geklärt, indem Flensburg einseitig ein Vorteil verschafft wird. Dagegen muss Kiel sich einfach wehren. Die Universitäten aber gegeneinander ins Gefecht zu schicken, sorgt nicht für bessere Lehrer, löst kein Problem der Hochschulpolitik und schwächt den Wissenschaftsstandort Schleswig-Holstein. So schwach durchdacht ist selbst Bildungspolitik selten.

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