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Institut für Weltwirtschaft Kiel : Weltwirtschaftlichen Preis geht an Mario Monti und Friede Springer

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Mit der Auszeichnung werden herausragende Vordenker aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft geehrt. Verliehen wird er im Rahmen der Kieler Woche.

Kiel | Der ehemalige EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti und die Verlegerin Friede Springer erhalten in diesem Jahr den Kieler Weltwirtschaftlichen Preis. Als weiteren Preisträger verkündete der Präsident des Instituts für Weltwirtschaft, Prof. Dennis Snower, am Dienstag den amerikanischen Nobelpreisträger Oliver Williamson. Das Institut, die Landeshauptstadt und die IHK Schleswig-Holstein würdigen mit der Auszeichnung Persönlichkeiten, die als Vordenker einer weltoffenen, marktwirtschaftlichen und sozialen Gesellschaft Herausragendes geleistet haben.

Nicht immer sind die Preisträger so prominent wie Michail Gorbatschow, Mario Monti oder Friede Springer. So erhielten auch weniger bekannte Persönlichkeiten die Auszeichnung aus Kiel.

Der nicht dotierte Preis wird zum zwölften Mal in den Kategorien Politik, Wirtschaft und Wissenschaft vergeben. Die Festrede zur Preisverleihung während der Kieler Woche soll am 19. Juni Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) halten.

„Alle unsere Preisträger waren mutig genug, eine sehr komfortable Situation aufzugeben, um ihre Kraft und ihre Tugenden, teilweise auch gegen große Widerstände, in den Dienst einer größeren Sache zu stellen“, sagte IfW-Präsident Snower. Alle drei hätten sich um eine freie und eigenverantwortliche Gesellschaft mit gemeinsamen, sozialen Werten verdient gemacht und damit der Lösung globaler Probleme einen fruchtbaren Boden bereitet. „Wandern zwischen Welten“ sei diesmal die Grundidee für die Preisvergabe gewesen, sagte Snower.

Den in der Kategorie Politik nominierten Monti, ehemaliger EU-Wettbewerbskommissar und italienischer Ministerpräsident, lobte Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) als streitbaren Geist und politischen Visionär. „Als international angesehener Wirtschaftsprofessor wagte er den Gang in die Praxis und zeigte in Brüssel mächtigen Konzernen ihre Grenzen, zum Wohle für alle Verbraucher.“ Gegen viele Widerstände habe Monti dann in seinem Heimatland wichtige Reformen eingeleitet.

Friede Springer habe nach dem Tod ihres Mannes mit beispielloser Disziplin und Ausdauer den Springer Verlag in das neue Medienzeitalter geführt, sagte der Vizepräsident der IHK Schleswig-Holstein, Klaus-Hinrich Vater. „Sie fühlte sich dem Wohlergehen ihrer Mitarbeiter genauso verpflichtet wie einer an den Grundwerten der Freiheit und des Friedens ausgerichteten Berichterstattung.“ Nobelpreisträger Williamson habe eine sichere Position als Ingenieur aufgegeben, um in gleich drei wissenschaftlichen Disziplinen forschen zu können, sagte Snower über den dritten Preisträger. „Mit seinen Erkenntnissen über Transaktionskosten und Unternehmensfusionen trug er maßgeblich zu einer neuen Wettbewerbspolitik bei.“

Im vergangenen Jahr hatte Michail Gorbatschow den Preis bekommen. Der 83-Jährige frühere sowjetische Staatschef erhielt den Wirtschaftspreis dafür, die politische Landschaft Europas und der Welt entscheidend zum Positiven verändert zu haben. „Ohne ihn könnten wir dieses Jahr nicht das 25-jährige Jubiläum der Deutschen Einheit feiern“, hatte Snower bei der Zuerkennung des Preises hervorgehoben.

Preisträger neben Gorbatschow waren der Vorstandsvorsitzende von General Electric und US-Präsidentenberater Jeffrey Immelt (59), das im Umweltschutz aktive US-Unternehmerpaar Kristine (64) und Douglas Tompkins (71), der im Dezember bei einem Unfall ums Leben kam, sowie der zypriotisch-britische Wirtschaftsnobelpreisträger Sir Christopher A. Pissarides (67).

 

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erstellt am 02.Feb.2016 | 13:15 Uhr

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