Projekt der Stadt : Was junge Kreative wirklich brauchen

Mit Workshops wie hier in Kiel und anhand von Befragungen bauen Stadt und Wirtschaftsförderung den Kontakt zu kreativen Kielern aus.
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Mit Workshops wie hier in Kiel und anhand von Befragungen bauen Stadt und Wirtschaftsförderung den Kontakt zu kreativen Kielern aus.

Nachhilfe und Netzwerk: Stadt und Kieler Wirtschaftsförderung analysieren in einem Projekt die Nöte und das Potenzial in der wachsenden Branche

shz.de von
28. Januar 2015, 06:09 Uhr

Kreative Köpfe und Kulturschaffende in Kiel – dahinter stecken so unterschiedliche Gruppen wie Architekten, Produktdesigner, Autoren und Journalisten, Schauspieler, Maler, Musiker oder auch Webdesigner. Nicht alle verstehen sich vielleicht als Künstler. Aber sie bereichern das kulturelle Leben in der Landeshauptstadt. Sie schaffen, sie kreieren etwas – und das hat einen Wert. Dieses Potenzial der Kreativwirtschaft wollen die Kieler Stadtverwaltung und die Kieler Wirtschaftsförderung (KiWi) heben und fördern. „Da ist noch Luft nach oben“, sagte gestern Kiels Stadträtin für Bildung, Jugend und Kreative Stadt, Renate Treutel.

Das Ziel: Quartiere und Stadtteile der Landeshauptstadt weiterentwickeln, auch überregional attraktiver machen – und zwar für und mit dem Nachwuchs in der Szene. Gleichzeitig wollen Stadt und KiWi ein Netzwerk unter den Dutzenden Akteuren knüpfen, die Nöte vieler Einzelkämpfer erfahren und eine Art Anlaufstelle sein. Schließlich gibt es viele Fragen: Wo kann man sich verwirklichen, wie finanziert man sich und seine Idee – und mit welchem Partner bietet sich vielleicht eine Büro- oder Ateliergemeinschaft an?

Dieses Angebot ist möglich durch ein bundesweit einmaliges Beteiligungsprojekt, das auf eineinhalb Jahre beschränkt ist und noch bis Ende September dieses Jahres läuft. Es hat den sperrigen Namen „Standortbezogene Entwicklung der Kultur- und Kreativwirtschaft in der Landeshauptstadt Kiel“ und wird zu 50 Prozent vom Land Schleswig-Holstein finanziert, hat ein Gesamtvolumen von 200  000 Euro. Um dieses Projekt mit Leben zu füllen, kümmern sich in beiden Institutionen Mitarbeiter um die jungen Kreativen der Stadt. Noch gibt es kaum Ergebnisse. Noch wird analysiert. Befragungs-Aktionen und Workshops sollen herausfiltern, was die Designer, Maler oder Autoren wirklich brauchen. „Zum Beispiel haben wir herausgefunden, dass Finanzierungsmöglichkeiten wie Crowdfunding in Kiel noch weitgehend unbekannt sind“, sagt Projektleiterin Eva Plankenhorn. Dabei werden Projekte im Internet mit Hilfe bestimmter Plattformen, über die man Mittel von Geldgebern einwerben kann, verwirklicht. Kieler Unternehmen, die das erfolgreich vorgemacht haben, sind etwa der inzwischen recht bekannte modern interpretierte Tante-Emma-Laden „Unverpackt“ oder die Macher von „Goldeimer“-Komposttoiletten. In diesem Frühjahr soll es erste Pilot-Aktionen des Beteiligungsprojekts geben.

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