zur Navigation springen

Freundin in Gaarden : Warum Gabriel immer so gern nach Kiel kommt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ungewöhnlich launige Rede des Vizekanzlers und SPD-Parteichefs: Als Kieler-Woche-Eröffnungsgast betonte Sigmar Gabriel seine Liebe zu Kiel. Segeln, Handball, Kneipentour in Gaarden – Verbindungen gab und gibt es mehrere.

Sigmar Gabriel zeigte sich gut präpariert. Beim Empfang im Rathaus hatte der Eröffnungsgast der Kieler Woche in seiner Rede die Zuhörer schnell auf seiner Seite. Mit kleinen Schmeicheleien, mit politischem Wortwitz und mit dem Votum pro Olympia. Und überhaupt: Für den amtierenden Vizekanzler, SPD-Bundesvorsitzenden und Hobby-Segler ist die Kieler Förde seit jeher eine gute Adresse. Außerdem gab es mit Frank Wetter einen Ex-Schulfreund, der beim THW Handball spielte – und in frühen Jahren ein Mädchen in Gaarden, dem Gabriel schöne Augen machte.

Auch wenn ihm die Namen der Bierkneipen auf dem Ostufer nicht mehr alle einfielen – die bunte Szene ist ihm in guter Erinnerung geblieben. In der „Bambule“ traf man sich zum Essen und Plaudern, in der „Räucherei“ war Gabriel mitunter zum legendären „Oldie-Schof“. Das lief dann mitunter bis nachts um 4 Uhr, wie er sagte.

Nicht nur nach Kiel hatte Sigmar Gabriel Verbindungen, schon als Jugendlicher kam der Hannoveraner nach Stockelsdorf oder auch nach Lübeck. Eine Tante arbeitete bei Niederegger. „Ein Teil meiner zusätzlichen Pfunde ist wohl darauf zurückzuführen, dass es bei uns immer Marzipan gab“, erklärte der gut gelaunte Kieler-Woche-Gast in Anspielung auf seinen fülligen Körper.

„Es kommt auch gar nicht darauf an, woher der Wind weht. Es kommt darauf an, wer die Segel setzt“ – das durften die Zuhörer auch als Hinweis auf die politische Lage in Berlin verstehen, wo der Parteichef Gabriel derzeit mit viel Gegenwind leben muss. Auch die K-Frage durfte nicht ausbleiben, doch es ging diesmal ausnahmsweise nicht um die Kanzlerschaft, sondern um die Vorzüge der nördlichen Landeshauptstadt. „Ich hege Bewunderung für Kiel“, sagte Gabriel, der denn auch gleich die Ratsmitglieder und die Bürger lobte: „Sie wissen, dass Olympische Spiele etwas Besonderes sind.“

An diesem Nachmittag im Kieler Rathaus war jedenfalls von der Verkrampfung, die Gabriel häufig nachgesagt wird, nichts zu spüren. Viele Zuhörer staunten, auch der frühere Stadtpräsident Rolf Johanning, der einen Großteil des Jahres in Berlin lebt und regelmäßig an Konferenzen im Willy-Brandt-Haus teilnimmt: „Ich habe Sigmar Gabriel noch nie so locker gesehen.“ Es könnte natürlich auch am Charme der Kieler Woche gelegen haben – diesem großen Fest für Frieden, Freundschaft und Völkerverständigung.  

zur Startseite

von
erstellt am 19.Jun.2016 | 21:32 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen