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Gesetzeslücke : Vorerst bleibt nur „Geheime Loge“ für Assitenzhunde im Theater

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Es gab Aufsehen, als eine Frau mit ihrem Assistenzhund nicht ins Theater durfte. Jetzt wurde im Ausschuss klar: Eine Gesetzeslücke lässt keine Regelung zu, die alle zufriedenstellt. Bis das geändert ist, bleibt nur eine „Geheime Loge“ für Tierbesucher.

Das Theater Kiel war im Januar in die Schlagzeilen geraten, weil es eine Frau mit ihrem Assistenzhund nicht in die Vorstellung lassen wollte. Dienstagabend stand das Thema auf der Tagesordnung des Kulturausschusses.

Das in Schleswig-Holstein geltende Gefahrhundegesetz verbietet grundsätzlich die Mitnahme von Hunden in Schulen, Krankenhäuser, Theater, Badeanstalten oder ähnliche Einrichtungen. Für Blindenführhunde und Behindertenbegleithunde gilt dieses Verbot eigentlich nicht. Auch Behindertenbegleithunde oder Assistenzhunde helfen Behinderten und kranken Menschen – neben Blinden zum Beispiel auch Epileptikern oder Diabetikern. Allerdings fehlt für sie, im Gegensatz zu den Blindenführhunden, noch eine einheitliche Definition.

„Die Lösungsvorschläge, die erarbeitet wurden, zielen in erster Linie ab auf Aufklärung, Verantwortung und Toleranz von allen Beteiligten“, erklärte Astrid Witte vom Amt für Familie und Soziales. Nicht nur die Bedürfnisse der Menschen mit Behinderung seien dabei zu bedenken, sondern auch die, der Menschen, die Allergien oder Angst vor Hunden haben. „Wir müssen individuelle Lösungen finden und nehmen Anregungen gerne entgegen“, erklärte sie.

„Deshalb kann es auch keine schnelle und alles regelnde Lösung geben“, sagte Stadtrat Gerwin Stöcken, der Wolfgang Röttgers während der Sitzung im Rathaus vertrat.

Der Ausschussvorsitzende Dirk Scheelje stellte fest, man werde die Situation im Auge behalten und sehen, wie sich die Entwicklung in der Realität darstellt. In einem Jahr soll die Sachlage erneut geprüft werden. „Was passiert aber jetzt, wenn die Frau wieder mit ihrem Hund vor der Tür steht?“, fragte Ausschussmitglied Ute Kohrs. Das Kieler Theater bereite inzwischen eine Reihe an absperrbaren Plätzen vor, die räumlich von den anderen Zuschauerplätzen getrennt sind und für diesen Fall vorgehalten werden sollen, teilte Kiels Kulturreferent Rainer Pasternak mit. Das Schauspielhaus sieht für Menschen, in Begleitung ihres Assistenzhundes die „Geheime Loge“ vor – ein baulich abgetrennter Bereich. Nur durch das Foyer der Bühnen müssten die Hunde mit anderen Theaterbesuchern gemeinsam.

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erstellt am 28.Aug.2014 | 03:49 Uhr

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