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Hilfe für die Kleinen Patienten : Von Anamnese bis OP: Ein Krankenhaus für das Kuscheltier

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 29.Mai.2017 | 14:16 Uhr

Kikanichen hat zwei schmerzende Füße. Darum muss der blaue Stoffhase ganz schnell zum Arzt, findet Hasen-Mama Enni. Die Zweijährige war gestern einer von vielen jungen Besuchern des Teddybär-Krankenhauses auf dem Asmus-Bremer-Platz.

Schon zum achten Mal findet die viertägige Aktion von Studenten für die kleinsten Patienten statt. Kristin Petersen, Pharmazie-Studentin im sechsten Semester und Mit-Organisatorin, erklärte: „Sinn und Zweck der Veranstaltung ist es, Kindern zwischen drei und sechs Jahren die Angst vor den weißen Kitteln zu nehmen.“

Dafür haben sich die insgesamt 100 Pharmazie-, Allgemeinmedizin-, Ökotrophologie- und Zahnmedizinstudenten wieder etwas ganz Besonderes einfallen lassen: In fünf Zelten lernen Kinder übliche Behandlungswege der medizinischen Versorgung von der Anamnese bis zur Operation kennen – allerdings nicht als Patienten. „Die Kinder bringen ihre kranken Teddys mit, sie schlüpfen also in die Rolle der Eltern“, erklärt Kristin Petersen.

So muss auch Ennis Kikaninchen als Erstes zur Anamnese. Dort erfragt Medizinstudentin Friederike Dierks Größe, Gewicht und Beschwerden des pelzigen Patienten. Anschließend geht es ins zweite Zelt, wo das Kuscheltier im – gebastelten – Röntgenapparat durchleuchtet wird. Friederike Dierks hat beim Blick auf das Röntgenbild schlechte Nachrichten für Hasen-Mama Enni: Ein Bein des Kikaninchens ist gebrochen und muss schleunigst verbunden werden. Also gehen Enni und die Medizinerin frisch ans Werk. Und so bekommt das blaue Kaninchen einen Verband um das eine und ein Pflaster an das andere Bein. Im Ernährungszelt lernt Enni dann, welches Essen ihren kuscheligen Zögling besonders schnell gesund macht. Und im Apothekerzelt erhält die Zweijährige dann Verbandsmaterial, Pflaster und ein bisschen Obst und Gemüse zur Stärkung des kleinen Patienten.

So wie Enni nutzen jedes Jahr 800 bis 1000 Kinder die Möglichkeit auf dem Asmus-Bremer-Platz, spielerisch die Angst vor Spritzen, Röntgen, MRT, Blutentnahme oder OP zu verlieren.

Die häufigsten Krankheiten der Kuscheltiere sind Schnupfen, Husten und Bauchschmerzen, weiß Kristin Petersen. „Wir hatten aber auch schon ein Kind, das sagte, sein Teddy hätte Nasenkrebs.“ Viele Kinder verarbeiteten, vermutet die Studentin, damit auch eigene Erlebnisse etwa aus der Familie. „Es ist wichtig, das ernstzunehmen und nicht abzutun.“ Aber auch für Drachen, die kein Feuer mehr spuckten, und eine Giraffe mit zu kurzem Hals hatten die Helfer bisher immer ein Heilmittel parat, erzählt Kristin Petersen lachend.

Das Teddybär-Krankenhaus ist noch bis zum morgigen Mittwoch von 8 bis 16 Uhr und Donnerstag 8 bis 14 Uhr auf dem Asmus-Bremer-Platz. Wer kein eigenes Stofftier hat, bekommt einen „Patienten“ vor Ort.

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