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Vier Salafisten aus dem Norden getötet

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Verfassungsschutz warnt: Anschläge von Syrien-Rückkehrern jederzeit möglich

Schleswig-Holsteins Verfassungsschutz warnt vor einem wachsenden radikalen Islamismus auch im Norden. 23 Salafisten haben Schleswig-Holstein mit dem Ziel Syrien verlassen, sagte der Leiter der Behörde, Dieter Büddefeld, unserer Zeitung. Vier Personen aus diesem Kreis „überwiegend deutscher Staatsbürger“ seien bei Kampfhandlungen in dem Krisengebiet getötet worden, neun mittlerweile zurückgekehrt.

„Konkrete Erkenntnisse“, dass Rückkehrer mit einem „operativen Auftrag“ wieder nach Deutschland einreisen, gebe es bisher nicht. Allerdings sei davon auszugehen, dass sich unter den „im Ausland ideologisch gefestigten“ Rückkehrern auch „einige mit Kampferfahrung“ befänden.

Aktuell tragen sich nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes weitere 23 Salafisten mit dem Gedanken, nach Syrien auszureisen und sich dort zu betätigen. Nicht jeder beteilige sich an kriegerischen Handlungen, sagte Büddefeld. Einige leisteten lediglich logistische Hilfe, indem sie etwa Autos überführten oder Spenden überbrächten.

Büddefelds Hamburger Kollege Torsten Voß bestätigt die Beobachtungen. Aus der Hansestadt brachen mehr als 30 Salafisten ins Kriegsgebiet nach Syrien auf. „Gut die Hälfte davon hat die Grenze überquert. Mindestens fünf wurden getötet“, sagte Voß.

Rückkehrer genießen Büddefeld zufolge in Salafisten-Kreisen eine „erheblich gesteigerte Reputation“, die sie zu Führungsfiguren machten. Auch wenn Erkenntnisse über die Motive der Rückkehr nach Deutschland fehlten, „müssen wir von einer gesteigerten abstrakten Gefährdungslage ausgehen“, sagte der Verfassungsschützer. Dies könne sich jederzeit in konkreten Anschlägen äußern. Die Sicherheitsbehörden versuchten deshalb, dieses Dunkelfeld aufzuklären.

Bereits im jüngsten Verfassungsschutzbericht hatte Innenminister Andreas Breitner (SPD) von einem Anstieg der Anhängerzahlen im Salafismus berichtet. 210 waren es 2013 in Schleswig-Holstein – zehn mehr als im Jahr davor. Der Zulauf halte an, berichtet Büddefeld. Der Salafismus gilt als dynamischste sunnitisch-islamistische Strömung. Problem sei, dass Strukturen in diesem Feld des Extremismus „Radikalisierungsprozesse bis hin zum islamistischen Terrorismus und Dschihadismus befördern können“.

Ziel salafistischer Bestrebungen ist nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes die „komplette Umgestaltung von Staat und Gesellschaft“ nach ihrer Interpretation des islamischen Rechts. Als „Hochburgen“ der Salfisten in Schleswig-Holstein gelten Städte wie Kiel, Lübeck, Flensburg und Neumünster sowie das Hamburger Umland. Kommentar Seite 2

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erstellt am 21.Aug.2014 | 14:55 Uhr

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