Parken plus : Viele Wege führen nach Kiel

Sitzen in einem Bus für die gemeinsame Sache: (v.li.) Andrea Kobarg, Peter Prien, OB Ulf Kämpfer und Janine-Christine Streu.
Sitzen in einem Bus für die gemeinsame Sache: (v.li.) Andrea Kobarg, Peter Prien, OB Ulf Kämpfer und Janine-Christine Streu.

Ob per Auto, Bus, Fähre oder Rad: Der Weg in die Innenstadt kann sich jetzt richtig auszahlen.

shz.de von
04. August 2018, 17:31 Uhr

„Wir wollen den Schwarm zum Schwärmen bringen“, sagt Peter Prien. Als einer der treibenden Kräfte des Projektes Parken Plus ist der Kieler Geschäftsmann überzeugt vom Kostenrückerstattungssystem für den Innenstadt-Besucher. Dieses hat die Landeshauptstadt gemeinsam mit Kiel Marketing und der Kieler Verkehrsgesellschaft (KVG) im Mai gestartet (wir berichteten). Parken Plus ermöglicht Besuchern der Kieler Innenstadt, ihre Park- und Bustickets in teilnehmenden Geschäften oder Restaurants an ihren Einkauf ab zehn Euro anteilig anrechnen zu lassen. Jetzt zieht das Projekt noch größere Kreise, denn mit der Schlepp- und Fährgesellschaft (SFG) und dem Kieler Umsteiger sind zwei weitere Partner mit im Boot.

Innenstadtmanagerin von Kiel Marketing Janine-Christine Streu erklärt: „Zusätzlich zu den Park- und Bustickets können nun also auch die Fährentickets und die kostenpflichtige Nutzung von Fahrradstellplätzen bezuschusst werden.“ Und das sei ein ausgewiesenes Kieler Markenzeichen, denn: „In welcher anderen Stadt kann man schon mit der Fähre bis an die Einkaufsstraße heranfahren?“


Bundesweit einzigartige Vielfalt

Auto, Bus, Fähre und Fahrrad – Mit dieser Vielfalt von vier Verkehrsmitteln sei Kiel ein bundesweit einzigartiges Beispiel des Rückerstattungskonzepts. „Unser Ziel ist es, alle mit mindestens 50 Cent zu belohnen, die durch ihre Anreise Kosten haben.“ Die Rückerstattung legt jedes teilnehmende Geschäft selbstständig fest, es sind aber mindestens 50 Cent. Die Vorlage des tagesaktuellen Tickets genügt. Andrea Kobarg, Pressesprecherin der KVG, begrüßt die Aktion Parken Plus: „Es ist toll, dass die Fahrgäste jetzt einen Anreiz erhalten, klimafreundlich einzukaufen.“ Und auch Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer sagt dazu: „In der Sache ist das ein ganz tolles Modell und eine tolle Werbung für die Stadt“. Parken Plus mache das Einkaufen in der Innenstadt attraktiver. Der Schuh drücke beim Thema Parken in Kiel ganz besonders. „Das Konzept fasst aber sehr gut zusammen, dass die Innenstadt auf vielen Wegen zu erreichen ist.“ Denn im Kern sei wichtig, die Menschen darüber zu informieren, was noch möglich ist: „Es geht ja auch um Geld. Die Leute stellen sich die Frage: ,Muss ich viel löhnen?’, so der OB.


Aktuell beteiligen sich 47 Geschäftstreibende

Das Parken-Plus-Projekt lebe davon, sagt Ulf Kämpfer, dass immer mehr Geschäfte teilnehmen. Aktuell beteiligen sich 47 Geschäftstreibende, Gastronomen und Dienstleister. „Und immerhin, gehe ich in fünf Geschäfte und kaufe für mindestens zehn Euro ein, kriege ich fünf Mal eine Rückerstattung.“ Janina-Christina Streu rechnet weiter und ergänzt lachend: „Man kann den Rabatt natürlich auch sammeln, und schon ist das Ticket obsolet.“ Und immerhin, ein „Parkticket“ im Kieler Umsteiger für den Drahtesel kostet 70 Cent. Mit einem Einkauf wäre auch das fast komplett beglichen.

Wichtig sei jetzt, erklärt Peter Prien, dass die Teilnehmerzahl wächst. „Wir wollen bis Weihnachten so viele Geschäfte wie möglich – am besten hundert – dabei haben.“ Und das sollte ja kein Problem sein, betont er, „genug Leute sind ja da“.

Zu erkennen sind die teilnehmenden Geschäfte übrigens an dem Parken-Plus-Logo in den Schaufenstern. Zudem listet www.parken-plus.info alle teilnehmenden Geschäfte auf.

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