Kiel-Holtenau : Verzögerung der Schleusenreparatur am Nord-Ostsee-Kanal

Seit Montag klafft ein Loch in der Südschleuse Kiel-Holtenau.
Das Loch in der Südschleuse Kiel-Holtenau.

Das kaputte Schleusentor kann doch nicht mit dem Diamantseil-Sägeverfahren zerteilt werden. Jetzt sind Taucher am Werk.

shz.de von
13. März 2018, 16:23 Uhr

Kiel | Die Reparatur der nach einer Havarie stark beschädigten Schleuse des Nord-Ostsee-Kanals in Kiel-Holtenau verzögert sich weiter. Jetzt solle mit einem anderen Verfahren versucht werden, das kaputte Schleusentor zu zerteilen, es zu bergen und dann ein Ersatztor einzubauen, sagte der Sprecher des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Kiel-Holtenau, Matthias Visser, am Dienstag. Ziel sei es, die große Südkammer spätestens bis zum 8. April wieder für die Schifffahrt freizugeben.

Zurzeit steht in Kiel-Holtenau nur noch eine Schleusenkammer zur Verfügung. Die Wartezeiten für Schiffe betrugen am Dienstag acht Stunden, in Brunsbüttel an der Elbe dagegen nur zwei Stunden.

Das fast 150 Meter lange Containerschiff „Akacia“ hatte in der Nacht zum 20. Februar das Tor der Südkammer gerammt. Der unter portugiesischer Flagge fahrende Frachter fuhr dabei so schnell, dass der Bug das Tor teilweise durchbrach. Vermutlich war seine Maschinenanlage defekt. Er fuhr mit zunehmender statt gedrosselter Geschwindigkeit. Nach Angaben des Wasser- und Schifffahrtsamts liegt der Schaden im zweistelligen Millionenbereich.

 

Seit fünf Tagen sollte das Schleusenschiebetor zersägt werden. Das rund ein Zentimeter dicke Diamantseil verklemmte sich immer wieder im Tor. Taucher mussten wiederholt ins Wasser, um es zu lösen. Am Dienstag wurde die Baustelle vom Diamantseil-Sägeverfahren auf das klassische Brennschneideverfahren umgerüstet. Taucher sollen das Schleusenschiebetor in zwei Teile zerschneiden.

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