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Sozialausschuss : Verwaltung lobt Flüchtlings-Konzept – Zweigstelle im Gespräch

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Immer mehr Menschen aus Krisen- und Kriegsregionen erreichen Schleswig-Holstein. Um vorbereitet zu sein, prüft die Stadt Unterbringungsmöglichkeiten. Die Verwaltung lobt das eigene System. Doch ein Dach über dem Kopf allein reicht Traumatisierten nicht.

Schleswig-Holstein erwartet laut Innenministerium bis Jahresende rund 6500 Flüchtlinge vorwiegend aus Syrien, dem Irak, Afghanistan und Eritrea. Rund 3200 sind bisher schon angekommen. Allein die Landeshauptstadt rechnet bis Ende 2014 mit insgesamt 500 Neuzuweisungen, für 2015 sogar mit 800 (wir berichteten).

Der Druck wächst, die Landesunterkunft in Neumünster ist restlos überfüllt. Immer häufiger kämen die Menschen nach weniger als zwei Wochen und ohne erste Erfassung in die Kommunen – auch nach Kiel, wie Sozialdezernent Gerwin Stöcken im jüngsten Sozialausschuss berichtete. Um auf den erwarteten Ansturm ab Jahresende vorbereitet zu sein – bis dahin sollen die bisherigen Kapazitäten genügen – prüft die Stadt nun jede Möglichkeit der Unterbringung, auch in den alten Kasernengebäude. Die drei Häuser am Schusterkrug sind, wie berichtet, auch für eine Zweigstelle der Landesunterkunft Neumünster im Gespräch, wie Manfred Wagner vom Amt für Wohn- und Grundsicherung dem Ausschuss gegenüber bestätigte. Der Vorteil: Die Flüchtlinge würden auf die Zuweisungsquote angerechnet, sodass letztlich weniger Menschen insgesamt in Kiel untergebracht werden müssten. Wagner gibt aber zu bedenken: „Viele im Land beneiden uns, um unser System und den Umgang mit den Menschen.“ So sei eine Kollegin ausschließlich damit beschäftigt, den Wohnungsmarkt nach passenden Angeboten zu durchforsten, um den Menschen möglichst schnell eine Wohnung bieten zu können. Derzeit, so Wagner, dauert dies etwa drei Monate, je nach Marktlage. Aktuell sei die Organisation aber so gut, dass keine Flüchtlinge in Hotels oder Pensionen untergebracht werden müssten.

Schamal Zangana (Grüne) betonte, dass Unterbringung allein nicht genüge für schwersttraumatisierte Menschen, wie die Flüchtlinge es sind. Zangana: „Das ZIP ist damit restlos überfordert.“ Gerwin Stöcken fordert deshalb Unterstützung vom Land: „Das kann die Stadt nicht allein schaffen. Wir hoffen da auf Bund und Land.“

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erstellt am 30.Aug.2014 | 04:43 Uhr

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