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Prozessbeginn in Kiel : Versuchter Mord: Messerattacke auf Ex-Freundin

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Er durfte sich ihr nicht mehr nähern. Doch von dem Verbot ließ ein 43-Jähriger sich nicht stoppen. Jetzt steht er wegen Mordversuchs vor Gericht. Dort trifft der auch auf sein Opfer.

shz.de von
erstellt am 22.Jan.2016 | 11:16 Uhr

Kiel | Wegen einer Messerattacke auf seine ehemalige Lebensgefährtin steht ein 43-jähriger Mann von Freitag an vor dem Kieler Landgericht. Die Anklage wirft ihm versuchten Mord vor. Dafür droht ihm eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Demnach lauerte der Mann im Juni 2015 der Frau in Neumünster auf, um sie zu töten. Der Anklage zufolge misshandelte und verfolgte der Mann die Mutter eines gemeinsamen Kindes immer wieder und ließ sich auch durch ein Kontaktverbot nicht stoppen.

Am 18. Juni 2015 schließlich lauerte er vor ihrer Wohnung in Neumünster, um sie zu töten, wie der Staatsanwalt am Freitag vor dem Kieler Landgericht sagte.  Als die 37-Jährige spätabends arglos einparkte, riss der Angeklagte die Autotür auf und stach sofort hemmungslos mit einem Klappmesser auf sie ein, beschrieb der Staatsanwalt die dramatische Szene. Erst ein Polizist konnte ihn wegreißen. Zuvor hatten Nachbarn versucht, den Mann zurückzuhalten.

Die Frau erlitt durch die Attacke eine Vielzahl von tiefen Stich- und Schnittwunden in Gesicht, Körper und Unterbauch. Auch Hände und Finger wurden beim vergeblichen Versuch, den Angriff abzuwehren, schwer verletzt. Die 37-Jährige musste mehrfach operiert werden. Sie leidet an Taubheitsgefühlen, Angstattacken und Schlaflosigkeit. Die zierliche, dunkelhaarige Frau ist schwer traumatisiert und in therapeutischer Betreuung. Ihren Beruf als Altenpflegerin kann sie nach Angaben ihres Anwaltes nicht ausüben.

Die Folgen der Tat sind auch im Gerichtssaal deutlich: Die 37-Jährige sitzt ihrem mutmaßlichen Peiniger gegenüber und kann das Zittern am ganzen Körper nicht unterdrücken.

Der kräftig gebaute Angeklagte folgt der Anklageverlesung mit verschlossenem Gesichtsausdruck. Er äußerte sich am ersten Verhandlungstag noch nicht. Der Staatsanwalt legte ihm auch weitere, brutale Übergriffe auf seine Lebensgefährtin zur Last. Demnach beging der Angeklagte seit 2012 immer wieder Gewalttaten gegen sie, attackierte die Frau auch, während sie ihr Kind stillte.

Immer wieder misshandelte er sie schwer, wollte ihr sogar die Zähne herausreißen. Nach Angaben des Anklägers drohte er auch: „Ich bring Dich um!“. Mehrfach soll er ihren Kopf gegen eine Hauswand und dann auf den Asphalt geschlagen haben. Auch gegen die Freundin der Frau soll der Mann gewalttätig geworden sein. 

Das Verfahren wird am 4. Februar fortgesetzt. Die Verteidiger des Angeklagten deuteten an, dass der Angeklagte voraussichtlich zu den Vorwürfen Stellung nehmen wird. Ihm droht eine lebenslange Freiheitsstrafe. Das Urteil könnte Mitte März gesprochen werden.

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