Auf in die Zukunft : Unterwegs zur Modellstadt

Fernblick an der Küste:  Die angestrebte Klimaneutralität wird durch den Ausbau der E-Mobilität gefördert.
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Fernblick an der Küste: Die angestrebte Klimaneutralität wird durch den Ausbau der E-Mobilität gefördert.

Bei der E-Mobilität soll die Landeshauptstadt Kiel zum bundesweiten Vorbild werden. Darüber will das Dreier-Bündnis von SPD, SSW und Grünen im rat abstimmen lassen. Hochschulen und Wirtschaft sind eingeladen, sich an der Entwicklung schadstoffarmer Motoren zu beteiligen.

shz.de von
12. Februar 2018, 18:33 Uhr

Ehrgeizige Pläne: Nach dem Willen von SPD, SSW und Grünen soll Kiel Modellstadt für E-Mobilität werden. Das sieht ein gemeinsamer Antrag für die Ratsversammlung am Donnerstag vor. Dabei suchen die Verantwortlichen ausdrücklich die Zusammenarbeit mit den Hochschulen und der Wirtschaft an der Förde.

Wenige Tage nach der Unterzeichnung der regionalen Kooperation von insgesamt 75 Kommunen (wir berichteten) zeichnet sich damit ein Projekt ab, das für die Landeshauptstadt Kiel und das gesamte Umland Pilotcharakter bekommen dürfte. Denn dem Dreier-Bündnis in der Ratsversammlung geht es um weit mehr als ein flächendeckendes Netz von Aufladestationen für E-Autos und E-Fahrräder.

Die Beteiligten reden der „Verkehrsvermeidung“ das Wort – etwa durch das Umsteigen auf umweltfreundliche Verkehrsmittel. Zudem soll im „industriepolitischen Dialog“ mit Bus-, Bahn- und Motorenherstellern über die Entwicklung alternativer Antrieben und abgasfreier Motoren gesprochen werden. Einsetzbar auf der Schiene, auf der Straße, auf dem Wasser. Das nötige Potenzial, so die Vision der Urheber, soll die Kieler Wirtschaftsförderung (KiWi) gemeinsam mit den Hochschulen vor Ort entwickeln.

„Dies ist eine Chance für die Industrie, für die Wirtschaft und die Hochschulen in Kiel, neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, sie zu erproben und in die Anwendung zu bringen“, schreiben die drei Parteien in ihrem Antrag. Sie verweisen darauf, dass die Landeshauptstadt Kiel die Belastung mit Abgasen wie CO2 oder den Stickoxiden (Stichwort: drohende Fahrverbote am Theodor-Heuss-Ring) unbedingt reduzieren will. Die Verkehrspolitik soll neben der Energiepolitik ein Teil des Klimaschutzes werden. Folgerung: „Zur Entlastung der Bevölkerung werden neue Straßen nur noch im unvermeidbaren Umfang“ geplant und gebaut.

Das Dreier-Bündnis nimmt den Oberbürgermeister in die Pflicht, eine Strategie für die Umsetzung der „Modellregion E-Mobilität“ zu entwerfen, sämtliche Fördermöglichkeiten auszuschöpfen und den nötigen Eigenanteil in den Etats der nächsten Jahre auszuweisen. Die Stadtwerke Kiel als enger Partner sollen helfen, das Netz an E-Lade-Stationen kräftig auszubauen. In diese Richtung geht im Übrigen auch ein eigener Antrag der CDU. Beim Verkauf städtischer Grundstücke soll die Errichtung von Ladesäulen für die neuen Besitzer zur Pflicht werden. Nicht nur die öffentliche Hand, sondern alle Bauherren würden damit zur Steigerung von E-Mobilität und zum Klimaschutz beitragen.

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