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Kultur in Kiel : Unterwegs mit Hering, Sprotte und Co.

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Wo kommt sie denn nun wirklich her – aus Kiel oder aus Eckernförde? Die Rede ist von der „Kieler Sprotte“. Wer die Führung „Hering, Sprotte und Co.“ im Kieler Schifffahrtsmuseum mitgemacht hat, weiß es: Die Sprotte kommt ursprünglich – sorry, liebe Eckernförder - aus Kiel. Schon Matthias Claudius widmete ihr in einem Lied von 1786 die Zeile „Drauf kauft’ ich etwas kalte Kost, und Kieler Sprott und Kuchen“. Und schon vorher, in einem Lexikoneintrag von 1736, wird sie erwähnt. Aber einen Trost gibt es: Auch das Räuchereimuseum in Eckernförde wird bei der Führung in Kiel erwähnt und empfohlen.

Seit etwa zwei Jahren gibt es die bei den Teilnehmern immer wieder gut ankommende Führung schon. In lockerer Form erläutert die Archäologin und Kulturmanagerin Dr. Ulrike Teigelake die Geschichte der Kieler Fischerei von der Stadtgründung 1242 bis in die jüngere Vergangenheit. Wobei es anfangs die Ellerbeker Fischer waren, welche die Kieler mit frischen Fischen versorgten, die in der Stadt einen hervorragenden Ruf hatten. Aber nicht nur die Geschichte der Fischerei, auch die der 1909/1910 erbauten Fischhalle sowie deren äußere und innere Architektur wird ausführlich beleuchtet. Darum beginnen die Führungen auch – so das Wetter mitspielt – draußen und enden
in der „Fischereiecke“ des Museums, das sich heute in der ehemaligen Fischhalle befindet.

Hier, rund um das originale Ellerbeker Fischerboot von etwa 1910, kommt dann auch das wohl nie endende Sprottenthema zum Zuge. Aber auch das Ende des ehemaligen Fischerdorfes Ellerbek, das Ende des 19. Jahrhunderts der kaiserlichen Werft weichen musste, sowie der Anfang des Seefischmarktes, der nach dem Zweiten Weltkrieg dort etabliert wurde. Es entstand mit ihm auf dem ehemaligen Marinewerftengelände eine von den Alliierten geforderte „Friedensindustrie auf ehemaligem Rüstungsgelände“, wie es Ulrike Teigelake formulierte. Aufgrund langer Anfahrtswege der Hochseefischereiflotte von der Nordsee nach Kiel ist auch diese Zeit seit Ende der 1970er Jahre Geschichte.

Und wo bleibt der im Motto der Führung erwähnte Hering? Den genossen die Teilnehmer im Anschluss an die Führung im Museumsrestaurant „Der Alte Mann“ als Matjes auf Holzlukenbrot mit Salat. Denn es ist eine Führung mit kulinarischem Ausklang, die auch bei den zwölf Teilnehmern offenbar gut ankam. Auf die Frage, wem es nicht gefallen hat, gab es jedenfalls keine Wortmeldung.

Und wer es bislang nicht geschafft hat: „Hering, Sprotte und Co.“ findet regelmäßig am letzten Mittwoch im
Monat statt und kostet inklusive Essen und einem Getränk nach Wahl 15 Euro.
Eine Anmeldung unter Tel. 0431  /  901  3428 ist erforderlich.

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erstellt am 01.Jun.2017 | 19:34 Uhr

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