Kiel : Unruhige Nacht für die Feuerwehren: Brände in Gaarden und im „Bullenkloster“

In dem großen Wohnblock in Kiel Gaarden untersuchte der Rettungdienst viele Bewohner.

In dem großen Wohnblock in Kiel Gaarden untersuchte der Rettungdienst viele Bewohner.

Erst brannte Unrat in einem Gaardener Keller, später rückte die Feuerwehr vor dem „Bullenkloster “ an.

shz.de von
13. März 2018, 14:16 Uhr

Kiel | In der Nacht zu Dienstag hat es im Kieler Stadtgebiet in mehreren Mehrfamilienhäusern gebrannt. Beide Löschzüge der Berufsfeuerwehr und alle Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Kiel waren im Einsatz. Für die Feuerwehr in Kiel war es eine der einsatzreichsten Nächte der vergangenen Jahre. Bei den Bränden gab es mehrere Verletzte, die durch ein Großaufgebot des Rettungsdienstes versorgt und betreut wurden.

Rauch im Treppenhaus in Gaarden

Gegen 0.35 Uhr erreichten mehrere Notrufe die Rettungsleitstelle der Feuerwehr. Bewohner eines Wohngebäudes im Gustav-Schatz-Hof im Stadtteil Gaarden berichteten über starke Rauchentwicklung im Treppenhaus. Einige machten sich an den Fenstern bemerkbar. Der Rettungsdienst untersuchte 59 Bewohner – sie konnten in ihren Wohnungen bleiben. Der Einsatz war nach rund zwei Stunden beendet.

Feuer im Keller

Einige Bewohner warteten während der Löscharbeiten vor dem Gaardener Wohnhaus.
Daniel Friederichs

Einige Bewohner warteten während der Löscharbeiten vor dem Gaardener Wohnhaus.

Um 3:53 Uhr wurde die Feuerwehr erneut in den Gustav-Schatz-Hof alarmiert. Wieder kam es zu einer starken Rauchentwicklung in einem Treppenhaus, diesmal aber an anderer Stelle des Gebäudekomplexes. Zwar brachte die Feuerwehr das Feuer im Keller wieder zügig unter Kontrolle, durch den starken Rauch bestand für eine große Anzahl an Bewohnern jedoch akute Lebensgefahr, teilweise waren die Fluchtwege durch verrauchte Treppenräume abgeschnitten.

Die Feuerwehr löste daraufhin Großalarm aus, weil mit einer großen Zahl von Verletzten zu rechnen war. Das Rettungsdienstpersonal untersuchte 90 betroffene Hausbewohner. Zwei Leichtverletzte Frauen wurden mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung in Kieler Krankenhäuser transportiert.

Die Feuerwehr bekämpfte unterdessen das Feuer im Keller. Dort hatte aus unbekannter Ursache Unrat gebrannt. Durch den Kellerbrand war der Rauch in zwei Mehrfamilienhäuser gedrungen. Es waren 40 Einsatzkräfte von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr und des Rettungsdienstes im Einsatz.

Aufgrund des Brandschadens durften die Bewohner nicht in ihre Wohnungen zurückkehren. 40 Personen wurden im Gemeindezentrum Schulstraße vom DRK betreut. Das Amt für Wohnungs- und Grundsicherung organisierte anschließend in der Kieler Jugendherberge eine Zwischenbleibe.

Ein Hund untersuchte den Brandort.
Daniel Friederichs

Ein Hund untersuchte den Brandort.

Am nächsten Tag untersuchten Brandermittler der Kripo mit einem Spürhund die Brandstelle. Von außen hörte man mehrmals laut den Spürhund im Keller anschlagen. Zivile Beamte befragen die Nachbarschaft. Die Bewohner sind geschockt und vermuten Brandstiftung.

Feuer im „Bullenkloster“

Gegen 4.49 Uhr dann das nächste Feuer, wieder in einem großen Wohnblock. Im im sogenannten „Bullenkloster“ an der Hamburger Chaussee wurde ein Feuer gemeldet. In der Wohnanlage finden unter anderem von Obdachlosigkeit bedrohte Menschen kleine Einzelwohnungen. Der Brand im ersten Obergeschoss drohte auf die darüber liegende Wohnung überzugreifen. Wiederholt gab es akute Lebensgefahr für die Bewohner. Insgesamt wurden 44 betroffene Bewohner rettungsdienstlich untersucht. Verletzt wurde niemand.

Die Leute der Hauptfeuerwache und der Freiwilligen Wehren Russee und Wellsee erhielten Unterstützung der Bundeswehrfeuerwehr vom Marinestützpunkt Kiel, die gemeinsam das Feuer schnell unter Kontrolle brachten.

In einem bereit gestellten Linienbus wurden die Bewohner zunächst betreut. Nach dreieinhalb Stunden war der Einsatz für die 60 Kräfte beendet. Auch die Bewohner konnten fast alle wieder zurückkehren. Nur die Brandwohnung und die darüber waren noch nicht wieder bewohnbar.

Ursachen noch unklar – Kripo ermittelt

Die Brände wurden in allen drei Fällen gelöscht. Ob es einen Zusammenhang gibt und was die Ursachen waren, war zunächst unklar. Auch ob die Brände im Zusammenhang mit der seit Jahren anhaltenden Keller-Brandserie auf dem Ostufer gehören, ist unklar. Außerdem löste in der Nacht eine Brandmeldeanlage im Kieler Ostuferhafen Alarm aus. „Da war zum Glück aber nichts“, sagte der Sprecher.

Die Feuerwehr Kiel kann keine Angaben zu den Schadensursachen und Schadenshöhen machen. An allen drei Brandobjekten nahm die Kriminalpolizei unmittelbar ihre Ermittlungen auf. Eingesetzt waren zwei Löschzüge, Sonderfahrzeuge, Sonder-Einsatz-Gruppen, Direktionsdienst, Führungsstab der Berufsfeuerwehr, Notarzt-und Rettungsdienst, vier Rettungswagen aus den Nachbarkreisen, neun Freiwillige Feuerwehren, Betreuungsgruppe DRK und die Bundeswehrfeuerwehr Kiel mit insgesamt 260 Kräften

Blaulichtmonitor

Was ist der Blaulichtmonitor?

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert