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Doppel-Abitur : Universität platzt aus allen Nähten

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Erstmals machen G-8- und G-9-Schüler gemeinsam ihr Abitur. Der doppelte Jahrgang bringt der Universität vermutlich 6500 Studienanfänger, 1500 mehr als üblich. Ein neues Wohnheim mit 180 Plätzen ist bereits in der Planung, zum Wintersemester wird es aber nicht fertig.

shz.de von
erstellt am 17.Mär.2016 | 19:42 Uhr

Es wird voll an den Hochschulen in Schleswig-Holstein. Allein an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) rechnet man im kommenden Wintersemester mit 6500 Studienanfängern – 1500 mehr als im vergangenen Jahr. Grund ist der doppelte Abiturjahrgang. Zum ersten Mal werden Schüler mit neun- und achtjähriger Gymnasialzeit zur gleichen Zeit mit der Schule fertig. Doch die CAU ist nach eigenen Angaben auf den großen Andrang gut vorbereitet. Gestern gaben Vertreter der Universität erste Maßnahmen bekannt. So wird es auch mehr Vorlesungen zu ungeliebten Uhrzeiten geben.

Rund 19  000 Schüler erlangen dieses Jahr ihre allgemeine Hochschulreife in Schleswig-Holstein. Das sind 6000 mehr als im Jahr 2015. Berechnungen des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung zufolge werden rund 70 Prozent davon ein Studium beginnen. Die CAU geht davon aus, dass die Gesamtzahl ihrer Studenten von aktuell 25  300 in den kommenden Jahren auf mehr als 28  000 anwachsen wird.

Doch der Andrang sei nicht überraschend, schließlich habe man durch die Umstellung des Schulsystems damit gerechnet und eben vorgesorgt, machte die Vizepräsidentin Prof. Ilka Parchmann deutlich: „Wir werden in vielen Fächern zusätzliche Studienplätze anbieten können. Insgesamt sind es 1200 Plätze, davon 800 in den zulassungsbeschränkten Fächern.“ Dafür sollen in den kommenden Jahren 180 neue Stellen im Bereich Lehre eingerichtet werden.

Die Einführung eines flächendeckenden Numerus Clausus stehe aber nicht zur Debatte. Nur vier bisher zulassungsfreie Fächer würden beschränkt. Dazu gehören Philosophie, Sportwissenschaft, Europäische Ethnologie  /  Volkskunde sowie die Geowissenschaften.

Doch da die räumlichen Kapazitäten der Uni begrenzt sind, werden sich Studenten zunehmend auf unangenehme Uhrzeiten einlassen müssen, machte Dr. Uwe Pfründer, Chef des Gebäudemanagement an der CAU, deutlich. „Wir werden die Lehre wochentags im Zeitkorridor von 8 bis 20 Uhr ausweiten.“ Sollten einige Vorlesungen trotzdem überfüllt sein, hat Pfründer eine technische Lösung parat: Zukünftig könnte ein Teil der Studenten den Professoren per Live-Stream außerhalb des Hörsaals folgen. „Für den Fall, dass es dennoch einmal eng wird, suche wir derzeit weitere Objekte zur Miete. Wenn alle Stricke reißen, können wir zusätzlich auf Container zurückgreifen.“

Die Frage danach, wo die 1500 neuen Studenten in Kiel leben sollen, blieb allerdings offen. Die Universität selbst sei dafür nicht verantwortlich, Gespräche mit der Stadt würden aber regelmäßig angestoßen, hieß es von Seiten der CAU-Pressestelle. Außerdem soll laut Pfründer ein neues Wohnheim mit 180 Plätzen entstehen – es wird aber zum Start des Wintersemesters noch nicht fertig sein. Bei den Studenten selbst steht das Thema Wohnen an oberster Stelle: „Wir hoffen, dass die Politik Lösungen findet. Es muss ausreichend bezahlbarer Wohnraum für Studenten zur Verfügung stehen“, forderte Thore Baumgarten, Vertreter der Fachschaftskonferenz.
 

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