Immer wieder Vandalismus auf Spielplätzen : Unbekannte zerfetzen Kinderrutsche in Kiel

<p>Wie eine Sardinenbüchse: Das Rutschblech wurde an dem Spielgerät fast vollständig abgetrennt.</p>
Foto:

Wie eine Sardinenbüchse: Das Rutschblech wurde an dem Spielgerät fast vollständig abgetrennt.

Diebstahl und Zerstörungswut spielen auf den Spielplätzen in der Landeshauptstadt immer wieder eine Rolle.

von
05. Januar 2018, 18:07 Uhr

Kiel | Die Leiter auseinandergebogen, das Blech der Rutschbahn herabgerissen wie bei einer Sardinenbüchse – diese unglaubliche Entdeckung machte eine Kielerin am Neujahrstag auf einem Spielplatz im Kieler Stadtteil Elmschenhagen. Unbekannte hatten sich an der Kinderrutsche ausgelassen und diese komplett zerstört. Die Stadt hat eine Strafanzeige gestellt.

In Kiel gibt es zur Zeit über 200 öffentliche Spiel- und Bolzplätze, von der Landeshauptstadt geplant und gebaut und von ihr unterhalten.

Es sei nicht das erste Mal, dass es auf dem Spielplatz in der Egerstraße zu Fällen von Vandalismus gekommen ist, teilte Arne Ivers, Pressesprecher der Stadt, auf Anfrage von shz.de mit. Vielfach müssten etwa Glasscherben aus dem Spielsand entfernt werden, die durch zerworfene Glasflaschen entstehen. „Scheinbar nutzen Menschen hier die Spielgeräte als Zielscheibe“, so Ivers.

Man habe für diesen Bereich deshalb auch die Gaarden Rangers als Sicherheitsdienst engagiert. Die „Rangers“ werden ansonsten im Rahmen eines Qualifizierungs- und Präventionsprojekt des Jobcenters vorrangig für die Sicherheit im Sport- und Begegnungspark eingesetzt.

Screenshot/Facebook
Screenshot/Facebook
Wie genau die Rutsche derart verformt und zerstört wurde, konnte man bisher nicht sagen. Spuren von Polenböllern oder ähnlichem wurden in der Nähe jedenfalls offenbar nicht entdeckt. Dies teilte zumindest die Bürgerin, die den Schaden fotografiert hatte, über Facebook mit.

Zwölf Strafanzeigen im Jahr 2017

Auch Ivers glaubt nicht, dass „eine derartige Zerstörung durch Silvesterböller herbeizuführen ist.“ Aufgrund der Verletzungsgefahr sei die Rutsche umgehend abgebaut worden, so dass auch die Polizei gegenüber shz.de keine näheren Angaben zur möglichen Ursache machen konnte. 

Im gesamten Stadtgebiet komme es leider immer wieder zu Fällen von Vandalismus auf Kinderspielplätzen. Im Jahr 2017 hat die Stadt Kiel insgesamt zwölf Strafanzeigen deswegen gestellt. Die Schäden reichten von Graffiti, Sachbeschädigungen – beispielsweise durch Abschneiden von Volleyballnetzen, Diebstahl etwa von Müllbehältern oder Sand bis hin zu rassistisch motivierten Schmierereien auf Spielgeräten. Eine Schadenssumme konnte Ivers nicht nennen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert