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Kiellinie : Über Umwege zum neuen Schild

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Zwei Jahre der Debatte und Vorbereitung: Nun endlich, nach zwei Ratsbeschlüssen, ist die endgültige Umsetzung der Umbenennung der Kiellinie auf der Zielgeraden. Fast wäre noch eine dritte Runde durch die Ratsversammlung notwendig geworden.

Das Kieler Hindenburgufer gibt es nicht mehr. Anfang des Jahres wurde ein Ratsbeschluss umgesetzt – die Straße entlang der Innenförde heißt nun, wie berichtet, auch vom Institut für Weltwirtschaft bis zum Marinehafen Kiellinie. Ein erster Schritt. Denn auch dem alten Straßennamen mit Bezug auf den inzwischen umstrittenen früheren Reichspräsidenten Paul von Hindenburg soll Rechnung getragen werden. Und genau da hakte es bisher. So sehr, dass im Frühjahr ein zweiter Beschluss erging. Nun endlich befindet sich die endgültige Beschilderung auf der Zielgeraden – nach einem letzten Umweg. Noch vergangene Woche sah es so aus, als würde wegen neuer Entwürfe ein dritter Ratsbeschluss notwendig werden. Das wurde jetzt verworfen.

Der zuständige Kulturdezernent, Wolfgang Röttgers, sagte gestern: „Das verfolgen wir nicht weiter. Wir werden die Schilder genauso umsetzen wie von der Ratsversammlung beschlossen. Noch in diesem Jahr. Davon gehe ich fest aus.“

Was ist in der Zwischenzeit geschehen? Nachdem die alten Hindenburgufer-Schilder geklaut worden waren (wir berichteten), kam die weitere Umsetzung ins Stocken. Ursprünglich sollten diese nämlich unter den neuen hängen bleiben. Ein zweiter Ratsbeschluss ging auf Antrag der FDP-Ratsfraktion ins Land. Der hatte zum Inhalt, dass zur Vermeidung weiterer Diebstähle ein zweigeteiltes Straßenschild angebracht wird, das sowohl auf die Kiellinie hinweist als auch, unter einem Strich, auf den Namen Hindenburgufer, allerdings durchgestrichen.

Doch bei der Realisierung gab es ein „Missverständnis“, so Röttgers. Es habe rechtliche Bedenken wegen der Form des Schildes gegeben. Daraufhin erarbeitete die Verkehrsaufsicht im Ordnungsamt Vorschläge, die vom gültigen Beschluss abweichen – in kleinerer Schrift eine Erklärung, warum die Straße umbenannt worden ist. Alles wäre auf eine weitere Runde durch die Ratsversammlung hinausgelaufen. Das sorgte für Kritik bei der FDP-Ratsfraktion, die das Vorgehen „unglücklich“ fand.

Nun die Kehrtwende. Die habe aber nichts mit der Kritik zu tun, betonte der Dezernent, sondern solle alles nur vereinfachen: „Das Schild ist in letzter Prüfung und Vorbereitung durch die Verkehrsbehörde“, sagte Röttgers. Es gehe nur noch um Details.

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erstellt am 19.Aug.2014 | 06:09 Uhr

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