Special Olympics : Über den Sport zu Anerkennung

Zwei von 49 Drachenseern bei den „Special Olympics“: Fußballer Pierre Petersen (28) und Badminton-Ass Gaby Fey (57).
Zwei von 49 Drachenseern bei den „Special Olympics“: Fußballer Pierre Petersen (28) und Badminton-Ass Gaby Fey (57).

Unter den 4500 Teilnehmern an den „Special Olympics“ Mitte Mai in Kiel sind auch 49 Sportler von der Stiftung Drachensee. Badmintonspielerin Gaby Fey (57) und Fußballer Pierre Petersen (28) wollen bei der Siegerehrung ganz oben stehen.

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10. April 2018, 19:23 Uhr

Am 14. Mai starten in Kiel die „Special Olympics“. Zu dieser größten Sportveranstaltung für Menschen mit geistiger Behinderung werden rund 4500 Teilnehmer erwartet. Neben Boccia und Bowling – beides ist nicht olympisch – zählen auch Reiten, Roller Skating, Kanufahren oder Langstreckenschwimmen zu den 19 Sportarten. Aus Schleswig-Holstein kommen 600 Athleten, allein von der Kieler Stiftung Drachensee wetteifern 49 Frauen und Männer um sportliche Lorbeeren. Damit ist jeder Zwölfte, der in einer betreuten Werkstatt arbeitet, bei den „Specials“ am Start.

Zu den Kieler Teilnehmern gehören Gaby Fey und Pierre Petersen. Ihr Ziel lautet, ganz klar: bei der Siegerehrung auf dem Treppchen stehen. Die 57-jährige Gaby Fey schraubt in der Drachensee-Werkstatt Löwen-Scheren zusammen. Gestern war für die stolze Sportlerin weitgehend arbeitsfrei, wegen der Pressekonferenz, zu der sie denn auch Badmintonschläger und Federball mitgebracht hat. Pierre Petersen (28) steht tagsüber an der Drehbank in der Werkstatt in Wellsee, nach Feierabend zieht es ihn oft auf den Fußballplatz. Er ist bereits in Karlsruhe (2008), Bremen (2010) und München (2012) mit seiner Mannschaft erfolgreich auf Torejagd gegangen.

Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten sowie – bei aller Konkurrenz – ein gesundes Miteinander: Das sind für beiden Athleten wichtige Bestandteile ihres Sports. Athletensprecher Mark Solomeyer kann das nur bestätigen. Der heutige Vizepräsident der Organisation „Special Olympics Deutschland“ (SOD) sieht in der Großveranstaltung an der Förde einen bedeutsamen Beitrag zur Inklusion, also der gesellschaftlichen Anerkennung und Einbindung der Menschen mit Behinderung.

Weshalb im Rahmen der „Special Olympics“ auch drei Aktionstage vorgesehen sind. Am 15. Mai sind speziell die Familien, am 16. Mai die Kinder und am 17. Mai die Vertreter von Vereinen eingeladen, die Mitmach-Angebote zu nutzen und sich ein eigenes Bild zu machen vom Leistungsvermögen der Sportler mit Behinderung.

Für die „Special Olympics“ wird im Übrigen bundesweit getrommelt. In Bremen wird bereits am kommenden Sonntag die Fackel entzündet, die Läufer über viele Stationen in Etappen an die Förde tragen. Am Sonntag, 14. Mai, soll die Flamme dann in Kiel leuchten.

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