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Neuer Speicher : Trinkwasser für den Norden

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Zwei Millionen Euro haben die Kieler Stadtwerke in den neuen Trinkwasserspeicher in Projensdorf investiert. Er besitzte in Fassungsvermögen von 1,8 Millionen Liter. Das deckt den Tagesbedarf von rund 20 000 Menschen im Kieler Norden ab.

shz.de von
erstellt am 15.Mai.2017 | 18:43 Uhr

Von einer „Hobbitwohnung“ spricht Sönke Schuster, Pressesprecher der Kieler Stadtwerke. Und tatsächlich: Der künstliche grüne Hügel mit den mächtigen Natursteinwänden an den Seiten erinnert an den Fantasy-Film „Der Herr der Ringe“. Doch Projensdorf, wo das eingezäunte Grundstück liegt, ist nicht das märchenhafte Auenland von Bilbo Beutlin. Die Unterwelt, die sich hier erschließt, hat auch nichts mit silberschürfenden Zwergen oder gar mit Orks und anderen Ungeheuern zu tun. Unter dem Grün liegen vielmehr zwei mächtige Wasserspeicher, mit denen die Stadtwerke die Versorgung der Bevölkerung im Kieler Norden abdecken.

27 Meter lang, sechs Meter breit und annähernd auch sechs Meter hoch sind die beiden Betonbehälter. Jeder nimmt ungefähr 900 Kubikmeter Wasser auf, das sind zusammen 1,8 Millionen Liter. Damit wird der Tagesverbrauch von schätzungsweise 20  000 Menschen im Kieler Norden abgedeckt. Das Prinzip ist einfach: Abends und nachts füllen drei leistungsfähige Pumpen die Becken mit Wasser, tagsüber fließt das 11 Grad kühle Nass dann zum Duschen, Kochen oder Wäschewaschen in die angeschlossenen Wohnungen.

Der neue Wasserspeicher befindet sich noch im Probelauf, Anfang Juni soll die technische Abnahme erfolgen. Auf Dauer wird die Anlage in Projensdorf das alte, aus den 60er-Jahren stammende Wasserwerk in der Wik ablösen. Etwa zwei Millionen Euro hat die Investition gekostet. Der neue Speicher wird vollautomatisch laufen, der Mensch muss nicht mehr eingreifen. Gunnar Bandholz, bei den Stadtwerken der Experte fürs Trinkwasser, wird nur noch einmal in der Woche vorbeischauen.

Der Eingang zum Gebäude unter dem imposanten grünen Hügel ist einbruchsgeschützt und video-überwacht. Und die Tür zu den beiden Wasserspeichern im Inneren ist noch einmal extra gesichert. Neben Bandholz haben vielleicht noch zehn andere Kollegen einen Schlüssel. Aber eigentlich wird niemand von den Stadtwerke-Mitarbeitern diese gläserne Tür ohne Not öffnen, die Gefahr des Einbringens von Bakterien über die Luft oder die Kleidung wäre einfach zu groß.

Dennoch wird das Wasser regelmäßig untersucht, das ist Vorschrift bei deutschem Trinkwasser. Bei seinen wöchentlichen Visiten zieht Bandholz Proben, die ins Labor zur Analyse wandern. Die Tür zu den beiden riesigen „Badewannen“ muss er dafür nicht öffnen. Erfüllt die neue Anlage die gesetzten Anforderungen, steht erst in fünf Jahren (!) wieder eine Komplettwartung der Speicherbecken an. Das wäre im Jahre 2022.  

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